Schifffonds Postbank muss für Falschberatung zahlen

Weil die Postbank ihren Kunden geschlossene Fonds angedreht hat, muss sie nun zahlen: Hunderte Kunden klagen die Bank wegen Falschberatung an. Mit 400 Betroffenen habe man bereits Vergleiche geschlossen.

huGO-BildID: 26646717 ARCHIV - Das Logo der Postbank hängt am 01.12.2011 über dem Eingang einer Filiale in Düsseldorf. Die Postbank will die Probleme der vergangenen Jahre endgültig hinter sich lassen und peilt wieder deutliche Gewinne an. Nachdem die Integration in den Deutsche-Bank-Konzern und das Sparprogramm abgeschlossen seien, könne das Geschäft mit Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden wieder stärker in den Vordergrund rücken. Dies sei die Grundlage des Erfolges, sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende Jütte am Dienstag (05.06.2012) bei der Hauptversammlung der Bank in Frankfurt am Main. Foto: Martin Gerten dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Noch vor der Finanzkrise versprachen Schiffs- und Containerfonds satte Renditen. Aus diesem Grund priesen auch zahlreiche Banken die Beteiligungen als das Finanzvehikel der Wahl an. Die Postbank soll allerdings auch Beteiligungen an geschlossenen Fonds an Kunden verkauft haben, deren Risikoneigung nicht zum Anlagetypus passten. Rund 60.000 mal soll das Unternehmen Verbrauchern die Beteiligungen aufgedrängt haben. Das Volumen der verkauften Anteile belaufe sich auf rund 1,3 Milliarden Euro, wie das Magazin Stern berichtet. Das Brisante: Die Beteiligungen seien noch bis zum Jahr 2012 verkauft worden, obwohl die Renditen für die geschlossenen Schiffsfonds schon seit Ausbruch der Finanzkrise massiv unter Druck geraten sind.

Enttäuschende Schiffsfonds

Der Stern berichtet außerdem, dass die Postbank bereits seit 2006 von der Falschberatung gewusst habe. Die Berater hätten ihren Kunden die hochriskanten Beteiligungen verkauft, obwohl in 72,5 Prozent der Fälle Anlegerprofil und Risikoklasse des Fonds wesentlich voneinander abwichen. Das "würde eine vom Kunden unterstellte Falschberatung belegen". Einige Kunden hatten Glück und ihre Fonds entwickelten sich planmäßig. Andere sollen große Verluste gemacht haben. Die Betroffenen haben nun Klagen wegen Falschberatung gegen die Bank eingereicht.

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Mit gut 400 Kunden soll sich die Postbank auf Vergleiche geeinigt haben. Wie hoch die Zahlungen ausfallen, ist nicht bekannt. Allerdings existiert eine interner Mail, aus der der stern zitiert und aus der hervorgeht, wie die Bank mit solchen Fällen umzugehen pflegt: Grundsätzlich sollen Beschwerden von Anlegern "in der Regel zunächst ablehnend" beschieden werden. Allenfalls in "klar ungünstigen Konstellationen" für die Bank werde "Vergleichsbereitschaft signalisiert". Ein solcher Vergleich solle dann "für die Bank möglichst günstig" ausfallen.

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