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Schulte-Laggenbeck Otto-Finanzvorstand: "Mobile Payment wird kommen"

Der Otto-Finanzvorstand, Jürgen Schulte-Laggenbeck, glaubt, dass sich das Bezahlen via Handy durchsetzt, die Tochter Yapital soll davon profitieren.

Foto von Jürgen Schulte-Laggenbeck

WirtschaftsWoche: Herr Schulte-Laggenbeck, wann haben Sie zuletzt mit Ihrem Handy bezahlt?

Schulte-Laggenbeck: Am Wochenende – beim Einkauf im Supermarkt. Es gibt mittlerweile mehrere Rewe-Testmärkte, in denen ich mit Yapital bezahlen kann. An der Kasse wird ein sogenannter QR-Code angezeigt, den ich mit dem Smartphone einscanne. Anschließend bestätige ich die Zahlung. Fertig. Es ist eine Freude, das zu erleben.

Das sagen Sie. Ich kann bar, mit EC- oder Kreditkarte zahlen oder auf Rechnung ordern. Warum soll ich noch mehr Technik-Schnickschnack einsetzen?

Vor ein paar Jahren konnte sich auch niemand vorstellen, dass er einen Tablet-Computer nutzen würde. Heute sind solche Geräte nicht mehr wegzudenken. Das Gleiche steht uns beim Bezahlen mit dem Smartphone bevor. Ich bin mir sicher, dass das Mobile Payment kommen wird. Der Einsatz ist extrem bequem, das wird sich durchsetzen.

Mit diesen Apps können Sie mobil bezahlen
YapitalDie QR-Code-App der Otto-Gruppe gilt ab November in 3.300 Rewe-Filialien und schon jetzt beim Schuhhändler Görtz so-wie Lieferungen von Otto, Sport Scheck, H.I.S. Jeans und anderen Anbietern. Quelle: Presse
CashCloudErmöglicht kostenlosen Geldtransfer an Freunde. Ab November verschickt das Luxemburger Startup NFC-Tags zum Zahlen an allen NFC-fähigen MasterCard- und Visa-Terminals. Quelle: Presse
mpassKunden des vom Mobilfunker Telefónica betriebenen mpass-Dienstes zahlen per NFC-Handy oder mit Funkstickern in mehr als 10.000 Geschäften mit Paypass-Terminal von Mastercard, darunter Douglas und Aral-Tankstellen. Quelle: Presse
NettoIn den rund 400 Filialen der Einzelhandelskette Netto können Kunden per QR-Code-App zahlen. Das Programm zeigt dem Nutzer auch aktuelle Angebote und Coupons an. Quelle: Presse
EdekaRund 100 Edeka-Filialen in Berlin und Hamburg akzeptieren QR-Code-Zahlungen. Auch Einkaufzettel, Lieblingsrezepte und aktuelle Wochenangebote enthält die Software. Quelle: Presse
PaycashBei 20 Filialen der Kaffeekette Cafetiero, einigen Hochschul-Mensen sowie mehreren Restaurants in Düsseldorf und Luxemburg können Kunden bereits Essen und Trinken mit der QR-Code-App von Paycash bezahlen. Quelle: Presse

Dazu müssen aber die Händler mitspielen. Gibt es da überhaupt Interesse?

Das geht jetzt richtig los. Der Schuhhändler Görtz, das Modeunternehmen H.I.S., die Novum Hotels und Sportscheck, ein Unternehmen der Otto Group, akzeptieren Yapital bereits. Beim Online-Marktplatz Rakuten ist die Integration geplant, und bei Rewe werden Sie Anfang kommenden Jahres in allen Filialen mit dem Handy bezahlen können. Selbstverständlich werden auch alle deutschen Handelsunternehmen der Otto Group sukzessive angedockt. Mit weiteren externen Partnern verhandelt Yapital.

Kommen Sie nicht zu spät mit dem Angebot? Die Ebay-Tochter PayPal bietet seit Jahren Bezahllösungen im Netz an.

Keine Frage, PayPal ist im Online-Handel sicherlich gut aufgestellt. Aber ich bin überzeugt, dass unser Ansatz auf Dauer deutlich attraktiver ist – sowohl für die Kunden als auch für die Partner.

Yapital ist aus unserer Sicht eine Art Schweizer Taschenmesser unter den Bezahldienstleistern. Sie können als Kunde damit über Ihr Handy sowohl bei stationären Händlern bezahlen als auch bei Online-Versendern. Nutzer können untereinander Geld transferieren. Und Yapital wird zu einem Tool ausgebaut, mit dem aus jeder Werbe- auch gleich eine Vertriebsplattform wird.

In Arbeit
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Was muss man sich darunter vorstellen?

Sie sehen zum Beispiel eine Werbung für einen Kaminofen. Den QR-Code neben der Anzeige können Sie mit Ihrem Handy einscannen, den Kaminofen mit wenigen Klicks bestellen und bezahlen. Es geht also um viel mehr als um den reinen Bezahlvorgang.

Das klingt so, als wollen Sie Banken und Kreditkartenunternehmen das Geschäft streitig machen.

Nicht unbedingt. Yapital bietet vor allem Dienstleistungen an, die die klassischen Finanzinstitute so gar nicht abdecken. Aber langfristig wird sich das Bankgeschäft durch solche neuen Angebote sicherlich verändern.

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