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Schweizer Bank Webers To-Do-Liste bei der UBS

Ex-Bundesbankchef Axel Weber wird sich in seinem neuen Job bei der Schweizer Bank UBS nicht langweilen.

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Axel Weber Quelle: dpa

Die größte Schweizer Bank hat 2011 44 Prozent weniger Gewinn gemacht als im Vorjahr. Verluste verbuchte das Institut vor allem im Investmentbanking, während die Vermögensverwaltung schwarze Zahlen schrieb. Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber, der die Bank derzeit noch berät aber im Mai auf den Chefsessel des Verwaltungsrats wechselt, hat daher schon eine Reihe von wichtigen Aufgaben auf seiner To-Do-Liste stehen.

Kampf um den guten Ruf
Weber muss verhindern, dass sich Skandale wie im Londoner Investmentbanking wiederholen. Dort hatte ein einzelner Händler im vergangenen Jahr mehr als zwei Milliarden Dollar verspielt. Das ging nicht nur ins Geld, sondern erschütterte auch das Image des Instituts. Die Bank muss ihren guten Ruf schnellstmöglich wieder herstellen, schließlich lebt sie auch davon, dass Vermögende und Superreiche ihr hohe Summen anvertrauen.

Die UBS ist einer der weltgrößten Vermögensverwalter für Wohlhabende. Bisher haben die Kunden dem Institut noch nicht in Scharen den Rücken gekehrt. Ein weiterer Fall wie in London würde das Vertrauen jedoch nachhaltig erschüttern. Auch in Deutschland hat die UBS investiert, um vielversprechende Kunden für die Vermögensverwaltung zu gewinnen. Hessens ehemaliger Ministerpräsident Roland Koch ist Aufsichtsrat bei der deutschen UBS-Tochter.

Stabilitätsanker schaffen

UBS-Chef Sergio Ermotti (rechts) und der scheidende Präsident des Verwaltungsrats Kaspar Villiger. Quelle: REUTERS


Verluste im volatilen Investmentbanking treffen nicht nur die UBS, sondern auch andere Institute. Die reduzieren ihr Risikovermögen, um die strengeren internationalen Sicherheitsregeln einzuhalten. Weber muss die Schwäche des Investmentbankings ausgleichen, denn die Renditerückgänge des einst hochprofitablen Segments werden von Dauer sein. Die Deutsche Bank hat mit der Übernahme der Postbank vorgemacht, wie Institute einen wirksamen Stabilitätsanker schaffen. Das krisenunabhängigere Geschäft mit Spareinlagen soll Probleme anderer Bereiche kompensieren.

Weber muss strategische Entscheidungen treffen
Für die Führungsebene hat der ehemalige Bundesbankpräsident bereits eine wichtige Personalentscheidung getroffen. Die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro wird den Sachverständigenrat verlassen und Weber auf dessen Wunsch im UBS-Verwaltungsrat unterstützen. Aber auch auf den nachgeordneten Hierarchieebenen ist die Personalpolitik des künftigen Verwaltungsratschefs gefragt.

Auf dieser Position kontrolliert Weber nicht nur das Management unter CEO Sergio Ermotti. Anders als auf einen deutschen Aufsichtsratsposten fällt er als Präsident des Verwaltungsrats nach Schweizer Recht auch strategische Entscheidungen.

Banken



Freiwilliger Boni-Verzicht
Auf den sinkenden Gewinn will die Bank mit einem großen Sparprogramm reagieren. So wurde das Budget für Boni um 40 Prozent reduziert. Der Chef des Investmentbankings will laut Nachrichtenagentur Bloomberg komplett auf seinen Bonus verzichten, falls er einen angeboten bekommt. Aber damit ist es nicht getan. Bis Ende 2014 will sich die UBS nach bisherigen Plänen von 3500 ihrer 65.000 Mitarbeiter trennen. Dabei schließt die Bank nicht aus, dass darüber hinaus noch weitere Arbeitsplätze abgebaut werden könnten.

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