Schweizer Banken: Credit-Suisse-Großaktionär Saudi National Bank wird bei UBS nur Kleinanleger
Die Beteiligung der Saudi National Bank an der Credit Suisse habe sich im ersten Quartal nochmals reduziert, gab die Geschäftsbank bekannt.
Foto: ReutersDer größte Aktionär der Credit Suisse Group AG, die Saudi National Bank, wird nach Abschluss der Übernahme durch die UBS Group einen Anteil von 0,5 Prozent an der UBS halten. Die in Riad ansässige Bank, die sich zu 37 Prozent im Besitz des saudischen Staatsfonds befindet, hielt rund 9,88 Prozent an der Credit Suisse, bevor die UBS ihren Lokalrivalen in einer von der Regierung eingefädelten Transaktion übernahm und damit vor dem Kollaps rettete.
Bei der Bekanntgabe der Ergebnisse für das erste Quartal erklärte die Saudi National Bank am Montag, dass ihre Beteiligung an der Credit Suisse in Höhe von 1,4 Milliarden Franken bis Ende 2022 um rund 20 Prozent und bis Ende März um weitere 70 Prozent gesunken sei. Der Buchwert der Investition lag Ende März bei 1,3 Milliarden Rial (umgerechnet 315 Millionen Euro), hieß es.
Eine Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung ergab sich nicht, da die Bank, „wie von Bilanzierungsrichtlinien erlaubt, eine unwiderrufliche Entscheidung getroffen hat, spätere Änderungen des Fair Value der Credit Suisse-Beteiligung im sonstigen Gesamtergebnis auszuweisen“, so die Bank. Damit hat der Verlust allerdings sehr wohl Auswirkungen auf die harte Kernkapitalquote, die laut Bloomberg Intelligence um 45 Basispunkte nachgab.
Die Notübernahme durch die UBS im März folgte einem dramatischen Kursverfall, der nicht zuletzt durch Äußerungen des früheren Verwaltungsratsvorsitzenden der Saudi National Bank, Ammar Al Khudairy ausgelöst worden waren. Er hatte bei einem Interview auf die Frage, ob er weitere Anteile der Bank kaufen wolle, mit „absolut nicht“ geantwortet.
Al Khudairy trat wenige Tage später zurück. Trotz ihres widersprüchlichen Namens ist das Institut nicht die Notenbank des Golf-Königreichs, sondern eine Geschäftsbank.