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Schwieriges Neugeschäft Pfandbriefbank wird zuversichtlicher

Deutsche Pfandbriefbank (pbb) Quelle: dpa

Der Immobilienfinanzierer Deutsche Pfandbriefbank erwartet für 2017 einen Gewinn von rund 170 Millionen Euro. Eine Ursache seien steigende Zinsüberschüsse, teilte das Unternehmen mit.

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Bei der Deutschen Pfandbriefbank (pbb) wächst die Zuversicht. Der Gewinn vor Steuern werde in diesem Jahr bei rund 170 Millionen Euro oder sogar leicht darüber liegen, teilte der Immobilienfinanzierer am Montag in Unterschleißheim mit. Das liege vor allem am steigenden Zinsüberschuss, der das Ergebnis im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf 103 Millionen Euro schnellen ließ. Die pbb könnte damit den Vorjahreswert von 169 Millionen Euro - ohne den Effekt aus der Einigung mit der österreichischen Skandalbank Heta - doch noch übertreffen. Das trieb die Aktie um fast fünf Prozent auf 11,59 Euro nach oben. Bisher hatte Vorstandschef Andreas Arndt 150 bis 170 Millionen Euro Gewinn vor Steuern in Aussicht gestellt.

Im Neugeschäft tut sich der Nachfolger der Hypo Real Estate (HRE) allerdings schwerer als gedacht. "Wir müssen einfach häufiger raus, bevor wir ein Geschäft verbuchen können", sagte Arndt. "Die Wettbewerbssituation ist nicht besser geworden." Vor allem bei der Verlängerung von Krediten zeige sich der Preisdruck. Zwar baute die pbb das Neugeschäft - einschließlich Verlängerungen um mehr als ein Jahr - im ersten Halbjahr auf 5,0 (Vorjahr: 4,7) Milliarden Euro aus. In Großbritannien zeigten sich die Bremsspuren des Brexit, in Frankreich hielten sich Immobilien-Investoren ebenfalls lange zurück, sagte Arndt. Das Neugeschäft in den USA, das nach dem Neustart im Herbst 2016 inzwischen elf Prozent des weltweiten Volumens ausmacht, gebe dagegen "Anlass zu großer Befriedigung".

Bis zu den 10,5 bis 12,5 Milliarden Euro, auf die die pbb im Neugeschäft bis zum Jahresende kommen will, ist der Weg aber noch weit. Denn Kunden tilgen angesichts der Niedrigzinsen immer mehr Kredite vorzeitig, so dass das 31,8 Milliarden Euro schwere strategische Finanzierungsportfolio in diesem Jahr nur moderat wachsen dürfte. Vorstandschef Arndt gab sich aber zurückhaltend, was Zuwächse durch Übernahmen betrifft. Grundsätzlich sei der Kauf von Portfolien nicht ausgeschlossen, ein Interesse der pbb an der NordLB-Tochter Deutsche Hypo bezeichnete er aber als Spekulation.

Arndt rechnet damit, dass der in der Finanzkrise zu Hilfe geeilte Staat der pbb noch länger als Aktionär erhalten bleiben wird. Die Haltefrist für die 20-Prozent-Beteiligung ist kürzlich abgelaufen. "Wir haben keine Anhaltspunkte, dass der Bund seiner Beteiligung überdrüssig geworden ist", sagte der pbb-Chef. "Die Signale sind immer freundlich."

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