Sicherheitsbedenken Jeder Fünfte verzichtet bewusst auf Online-Banking

Schnelligkeit und Komfort sind wichtige Aspekte beim Online-Banking - aber den Nutzern ist nichts wichtiger als Sicherheit und Datenschutz. Beim mobilen Banking über Smartphone und Tablet gibt es da noch viele Vorbehalte, ergab eine Studie.

Techniken zur digitalen Selbstverteidigung
E-Mails verschlüsselnDie Technik für eine solche Verschlüsselung gibt es seit Jahren. Sie hat nur zwei Nachteile: Erstens macht es Mühe, sie zu benutzen, und zweitens muss der Empfänger dieselbe Technik einsetzen. Fakt ist, dass E-Mails grundsätzlich kein besonders sicheres Kommunikationsmedium sind, aber durch ihre weite Verbreitung unverzichtbar bleiben. Auch wenn es aufwendig klingt: Sie sollten darüber nachdenken, zumindest im Mailverkehr mit wichtigen Partnern beidseitige Verschlüsselung einzusetzen. Quelle: dpa
Verabschieden Sie sich aus sozialen NetzwerkenSoziale Netzwerke sind nicht sicher, können es nicht sein und wollen es wohl auch nicht. Deshalb muss sich jeder Nutzer darüber im Klaren sein, dass für die Nutzung von Facebook & Co. mit dem Verlust von Privatsphäre bezahlt wird. Viele Unternehmen fragen sich inzwischen: Brauchen wir das wirklich? Hier macht sich zunehmend Ernüchterung über den Nutzen sozialer Netzwerke breit. Quelle: dpa
Springen Sie aus der WolkeVermutlich sitzt die NSA zwar nicht in den Rechenzentren von Google oder Microsoft, aber sie könnte Internet-Service-Provider überwachen und damit auch Daten auf ihrem Weg in die Wolke beobachten. Unabhängig davon, was die NSA tatsächlich tut, wissen wir, dass Behörden auf Cloud-Server zugreifen können. Halten Sie Ihre Daten in einer Private Cloud oder gleich im eigenen Rechner. Zu aufwendig? Nicht zeitgemäß? Auf jeden Fall besser, als beklaut zu werden. Quelle: dpa
Schalten Sie alles Unnötige abWer Smartphones und Tablets benutzt, weiß, dass solche Geräte ständig im Hintergrund irgendwelche Kontakte und Kalender synchronisieren, Browser-Historien anlegen und viele mehr. Richtig gefährlich kann dieses ständige Sich-einwählen in Verbindung mit GPS-Daten sein. Google weiß nämlich, in welcher Bar Sie letzte Woche waren. Wichtig ist erstens, die GPS-Funktion immer wieder zu deaktivieren, zweitens in Google Maps sämtliche Funktionen, die Standorte melden und Standorte mit anderen teilen, zu deaktivieren. Quelle: dpa
Eine Methode, um Bewegungsprofile zu vermeiden, ist die Benutzung eines guten alten Navis statt eines Smartphones zur Orientierung. Navis lassen sich – anders als Telefone – auch vollkommen anonymisiert einsetzen. Quelle: REUTERS
Web-Browsing versteckenDer Einsatz eines Secure-socket layers (SSL) zur Datenverschlüsselung im Internet ist nicht völlig sicher, aber auf jeden Fall deutlich sicherer, als nichts zu tun. Eine Möglichkeit, SSL zu nutzen, ist die HTTPS Everywhere-Browsererweiterung der Electronic Frontier Foundation. Gibt es aber leider nur für Firefox und Chrome. Noch mehr Sicherheit bietet das Tor Browser Bundle, aber es kann das Surf-Erlebnis unter Umständen deutlich verlangsamen. Quelle: dpa
Keine Messages über externe ServerInstant Messaging über Google Hangouts, Skype und ähnliches landet zwangsläufig in den Händen Dritter, weil solche Nachrichten grundsätzlich nicht direkt, sondern über einen Server ausgeliefert werden. Quelle: REUTERS

Sicherheit und Datenschutz sind einer aktuellen Studie zufolge unverändert die wichtigsten Anforderungen bei den Nutzern des Online-Banking. Insgesamt nutzen inzwischen mehr als 70 Prozent der Menschen in Deutschland das Online-Banking für ihre Bankgeschäfte, ergab eine von der Initiative D21 und der Finanzberatung Fiducia in Auftrag gegebenen Studie. Demnach lehnen aber 19 Prozent der Befragten entsprechende Dienste weiter bewusst ab.

Die größte Sorge sei dabei die Angst vor Betrug, geben 76 Prozent der Ablehner an. Beim mobilen Banking werden die Gefahren noch deutlich höher eingeschätzt. Hier zeigen sich die Sicherheitsvorbehalte als eine der wichtigsten Barrieren für die Nutzung.

Diese Kreditinstitute konnten Online überzeugen

So schätzt die Gesamtheit der Internetnutzer die Risiken beim mobilen Bezahlen über das Smartphone (75 Prozent) oder über das Tablet (63 Prozent) deutlich höher ein als über den eigenen PC (36 Prozent). Dabei stecke in der Nutzung von mobilen Geräten viel Potenzial, um die digitale Gesellschaft in Deutschland positiv voranzubringen, sagte Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21.

Zwei Drittel der Befragten wären nicht bereit, für mehr Sicherheit zu bezahlen. „Über die Hälfte erwartet, dass dies kostenlos von den Kreditinstituten zur Verfügung gestellt wird“, sagte Robert Wieland, Vizepräsident von D21 und Geschäftsführer des Meinungsforschungsunternehmen TNS Infratest, das die Studie erstellt hat. Die Nutzer selbst haben demnach ihre eigenen Sicherheitsmaßnahmen jedoch nicht erhöht. Der Einsatz von entsprechender Software blieb mit 73 Prozent nahezu auf dem Niveau von 2012.

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In Zukunft könnten Sicherheitsmaßnahmen auch durch Systeme unterstützt werden, die dubiose Transaktionen beim Online-Banking automatisch erkennen und sofort unterbinden könnten, sagte Jens-Olaf Bartels, Vorstandsmitglied der Fiducia und der Initiative 21. „Die sogenannte Fraud Detection vergleicht dann beispielsweise bei jeder Überweisung, ob sie mit dem bisherigen Kundenverhalten korrespondiert.“ Bei Auffälligkeiten, etwa ungewöhnliche Beträge, könne das System automatisch Maßnahmen ergreifen und den Kunden darüber informieren.

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