Stellenkürzungen Hypovereinsbank streicht 1500 Stellen

Ein Ergebniseinbruch im Investmentbanking und die Neuausrichtung des Privatkundengeschäfts machen der HypoVereinsbank schwer zu schaffen. Knapp 1500 Stellen sollen bis 2015 gestrichen werden.

Schlechte Zeiten für die HypoVereinsbank. Quelle: dpa

Die HypoVereinsbank hat sich mit den Arbeitnehmern auf den grundlegenden Umbau des Privatkundengeschäfts und einen Stellenabbau geeinigt. Bis 2015 sollen 240 der noch rund 580 Standorte geschlossen oder zusammengelegt werden. Wo genau, werde derzeit mit den regionalen Betriebsräten und Filialleitern „durchgekaut“, sagte Finanzvorstand Peter Hofbauer am Mittwoch in München.

Insgesamt 1500 Stellen werden im Zuge des Umbaus gestrichen, davon 1300 im Privatkundengeschäft und etwa 200 in der Zentrale. Die Größenordnung des Jobabbaus und den Umbau hatte Bank-Chef Theodor Weimer bereits angekündigt. Die Tochter der italienischen UniCredit reagiert mit der Straffung des Filialnetzes auch auf das veränderte Kundenverhalten. Viele Menschen wickeln ihre alltäglichen Bankgeschäfte inzwischen via Internet ab.

Der Bank bläst nach einem durchwachsenen Start ins Geschäftsjahr auch im zweiten Quartal der Wind ins Gesicht. In ihrem Kerngeschäft, dem Investmentbanking, stehen angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus vor Steuern gerade noch 63 Millionen Euro in den Büchern. Vor einem Jahr war dieser Wert noch fast fünfmal so hoch. Im weitaus kleineren Geschäft mit Privatkunden konnte die Bank ihr Vorsteuerergebnis mit 120 Millionen Euro annähernd halten.

Die wertvollsten Bank-Marken der Welt
Platz 15: Die staatsgeführte Bank of China ist nicht nur das zweitgrößte, sondern auch das älteste Geldinstitut der Volksrepublik. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich die Bank of China in Sachen Markenwert um zwei Plätze steigern. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 12,86 Milliarden US-Dollar. Die Ergebnisse stammen vom Brand Finance Banking 500 - einer Erhebung, die das amerikanische Beratungsunternehmen Brandfinance mit dem Fachblatt "Te Banker" erarbeitet hat. Quelle: REUTERS
Platz 14: Das größte Kreditinstitut der Bundesrepublik, die Deutsche Bank, konnte 2011 trotz der europäischen Banken-Krise respektable Ergebnisse vorlegen. Die Universalbank konnte ihre Vorjahres-Platzierung erneut verteidigen. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 12,9 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 13: Die Banco Itaú ist die größte Bank in Brasilien und ganz Lateinamerika. Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der Fusion der beiden Banken Banco Itaú und der Unibanco. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Geldhaus zwei Plätze eingebüßt. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 13,2 Milliarden US-Dollar. Quelle: dpa
Platz 12: Die drittgrößte Bank Großbritanniens ist im Vergleich zum Vorjahr um ganze fünf Plätze nach unten gerutscht. Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten sind 2011 auch an Barclays nicht spurlos vorübergegangen. Dennoch übertrifft das international agierende Finanzunternehmen in Sachen Markenwert alle anderen britischen Bankhäuser, abgesehen von HBSC. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 13,6 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 11: Gemessen an der Bilanzsumme ist die Industrial & Commercial Bank of China ( ICBC) die größte Bank Chinas. Dennoch musste das Haus in Sachen Markenwert einen kleinen Verlust hinnehmen - im Vergleich zum Vorjahr fiel das Unternehmen drei Plätze nach unten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 15,2 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 10: Die China Construction Bank (CCB) gehört zu den vier größten Banken der Volksrepublik. In Sachen Markenwert hat es das Geldhaus nicht nur geschafft, den Konkurrenten ICBC zu überrunden, sondern auch die Spitzenposition unter den chinesischen Banken einzunehmen. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 15,5 Milliarden US-Dollar. Quelle: dpa
Platz 9: Die Banco Bradesco gehört zu den vier größten Banken Brasiliens. Im Vergleich zum Vorjahr büßte das Geldinstitut drei Plätze in Sachen Markenwert ein, ist unter den brasilianischen Konkurrenten aber immer noch Spitzenreiter. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 15,7 Milliarden US-Dollar. Quelle: Presse
Platz 8: BNP Paribas ist nicht nur eine der führenden Banken Frankreichs sondern auch ganz Europas - auch in Sachen Markenwert. Das Geldinstitut konnte im Vergleich zum Vorjahr sogar vier Plätze zulegen. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 16,8 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 7: Der US-Kreditkartenkonzern American Express hat dank der Ausgabenfreude seiner überdurchschnittlich wohlhabenden Kunden und einer Verlangsamung des Kostenanstiegs im vierten Quartal einen höheren Gewinn als erwartet erzielt. Auch der Markenwert viel weit besser aus als im Vorjahr - das Unternehmen hat sich ganze fünf Ränge nach vorne gekämpft. Damit gelang dem Unternehmen der größte Sprung nach oben – mit einem Plus von 2,7 Milliarden. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 18,2 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 6: Ebenfalls über eine Sprung nach oben darf sich die US-Großbank Citigroup freuen. Der weltweit größte Finanzdienstleister für Privatkunden legte beim Markenwert im Vergleich zum Vorjahr (Platz 9) drei Plätze zu. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 18,6 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 5: Die US-Bank JPMorgan Chase hatte im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn eingefahren. Dabei zehrte das Wall-Street-Institut vor allem von den guten Geschäften zu Jahresbeginn. In der zweiten Jahreshälfte hinterließen die Schuldenkrise und die sich abkühlende Weltwirtschaft ihre Spuren in der Bilanz des Branchenprimus. In Sachen Markenwert konnte das Geldinstitut Vorjahresplatzierung halten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 19 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 4: Die spanische Großbank Santander legt wegen der Flaute am spanischen Immobilienmarkt 3,2 Milliarden Euro zurück und musste dafür 2011 im Vergleich zum Vorjahr einen Gewinnrückgang von 35 Prozent in Kauf nehmen. Immerhin in Sachen Markenwert blieb mit Platz 4 bei Santander alles beim Alten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 20 Milliarden US-Dollar. Quelle: dpa
Platz 3: Die Nummer zwei der amerikanischen Banken ist im vierten Quartal in die Gewinnzone zurück gekehrt. Die Bank of America verdiente im Schlussquartal rund zwei Milliarden Euro. Die Spitzenposition in Sachen Markenwert büßte das Geldinstitut jedoch ein. Im Vergleich zum Vorjahr rutschte die Bank of America zwei Ränge nach unten. Die wegen Zwangsvollstreckungs-Maßnahmen im Heimmarkt sehr umstrittene Bank stürzte mit einem Minus von 11,1 Milliarden beim Markenwert am tiefsten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 22,9 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 2: Das viertgrößte US-Institut, Wells Fargo, hat 2011 einen Rekordgewinn von 15,9 Milliarden Dollar (12,4 Milliarden Euro) eingefahren, eine Steigerung von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beim Markenwert konnte die US-Großbank sich auf Platz 2 behaupten und ist damit Spitzenreiter unter den US-amerikanischen Konkurrenten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 23,2 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 1: Kapitalmarktturbulenzen, höhere Vorsorge für Kreditausfälle und höhere Kosten haben das Geschäft der britischen Großbank HSBC 2011 belastet. Dennoch schaffte die europaweit größte Bank in Sachen Markenwert einen Sprung um zwei Ränge nach vorne und hat damit die Bank of America von der Spitzenposition verdrängt. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 27,6 Milliarden US-Dollar. (Quelle: eine Erhebung des amerikanischen Beratungsunternehmens Brandfinance in Zusammenarbeit mit dem Fachblatt "The Banker") Quelle: REUTERS

Im Zuge des dem geänderten Kundenverhalten geschuldeten Ausbaus von Internet- und Mobile-Banking sollen aber auch neue Jobs entstehen. Allerdings werde die Zahl der neuen Arbeitsplätze „keinesfalls den Abbau der alten kompensieren können“, räumte Hofbauer ein.

Für 85 Prozent der Kunden, solle sich der Weg zur nächsten Filiale „nicht oder kaum erhöhen“. Maximal fünf Kilometer weit sollen sie künftig zur nächsten HVB zurücklegen müssen.

Die Belastungen aus dem Restrukturierungsprogramm werden sich nach Angaben des Finanzchefs erst im zweiten Halbjahr in den Zahlen niederschlagen. Und auch sonst ist Hofbauer nicht allzu optimistisch: „Wir gehen weiterhin von einem makropolitisch schwierigen Umfeld aus“, sagte er. Entsprechend werde der Vorsteuergewinn am Ende des Jahres in jedem Fall unter dem des Vorjahres liegen, alles in allem aber „zufriedenstellend“ ausfallen.

Immerhin die umstrittenen sogenannten Cum-Ex-Geschäfte früherer Jahre sollen die HVB trotz Hinweisen auf ein Fehlverhalten nach Abschluss interner Untersuchungen nicht weiter belasten. „Ich sehe keinerlei Veranlassung, mehr Vorsorge zu treffen“, unterstrich Hofbauer. „Auch in Zukunft wird es keine weiteren Belastungen geben.“

Bei den auch „Dividendenstripping“ genannten Geschäften geht es um den Kauf und Verkauf von Aktien rund um den Dividendenstichtag börsennotierter Unternehmen. Wertpapiere wurden rasch hintereinander zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. In der Folge wurden mehrfach Bescheinigungen über Kapitalertragssteuern ausgestellt, die gar nicht gezahlt wurden. Der Staat soll durch solche Geschäfte, die auch andere Marktteilnehmer betrieben haben sollen, um Milliarden gebracht worden sein. Erst 2012 wurde die Gesetzeslücke geschlossen. Zu „Cum-Ex“ ermitteln mehrere Staatsanwaltschaften, auch gegen frühere und derzeitige HVB-Mitarbeiter.

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