WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Studie Banken nehmen das Geschäft im Internet nicht ernst

Exklusiv
Seite 3/5

Potenzial verschenkt

Die besten Shopping-Apps
Die besten Apps zum EinkaufenAmazon MobileDie App des US-Versandhändlers beeindruckt mit ihrer visuellen Produktsuche „Memo“ : Fotografiert der Nutzer ein beliebiges Produkt, erscheint kurz darauf der Link zur passenden Amazon-Seite. Bilderkennung und fleißige Mitarbeiter machen es möglich. Quelle: Screenshot
BarcooWer per Handykamera den Barcode auf einer Verpackung scannt, dem verrät die App Barcoo des Berliner Software-Anbieters checkitmobile unter anderem, wie viel das Produkt in anderen Läden kostet, welche Nährwerte es hat oder ob es Laktose enthält. Quelle: Screenshot
CoupiesWas früher das Gutscheinheft war, ist heute Coupies: Die App des gleichnamigen Kölner Startups zeigt Rabatte von Läden in der Umgebung an – zwei Mittagessen zum Preis von einem etwa oder Prozente beim Einkauf im Geschäft um die Ecke. Quelle: Screenshot
FastmallDas US-Startup FastMall hat Einkaufszentren in 31 Ländern kartiert. Besucher können sich per App wie mit einem Navi zum Shop ihrer Wahl führen lassen. Auch aktuelle Angebote von Geschäften blendet das Programm auf der Karte ein. Quelle: Screenshot
GrouponDas US-Werbeunternehmen Groupon vermittelt Rabatte in Geschäften, Online-Shops oder Restaurants, die nur dann zustande kommen, wenn sich genügend Interessenten finden. Mit der App können Nutzer per Mobiltelefon Angebote in der Nähe suchen, sie einkaufen und die Gutscheine vor Ort einlösen. Quelle: Screenshot
OdifyIm Restaurant nicht mehr auf den Kellner warten, sondern gleich per Smartphone bestellen: Das soll bald mit der App Ordify des Göttinger Startups Orderpass möglich sein. Darin können Restaurants ihre Speisekarten digital anbieten. Bestellt ein Kunde ein Menü, dann geht die Order auf direktem Weg in die Küche. Quelle: Screenshot
RepositoMit der App des Karlsruher Startups Reposito lassen sich Kassenzettel abfotografieren und in einem Online-Archiv als rechtsgültige Kopie für den Garantiefall aufbewahren. Per E-Mail erinnert die App automatisch an ablaufende Garantie- und Gewährleistungsfristen. Die App meldet sich auch, wenn ein Produkt aus dem Kassenzettelarchiv über das EU-Schnellwarnsystem Rapex zurückgerufen wird. Quelle: Screenshot

Besonders verwunderlich ist das schlechte Abschneiden der teilnehmenden Banken und Versicherungen angesichts der Marktentwicklungen. Mittlerweile werden etwa ein Fünftel des Finanzgeschäfts online generiert. Vor allem vor dem Kauf eines Produkts ist das Internet als Informationsquelle gefragt. Die Mehrheit der Kunden informiert sich mittlerweile vorher im Internet ausführlich über Anlagemöglichkeiten. Erst dann folgt der Besuch in der Filiale, um sich persönlich beraten zu lassen. Eine Bank mit unübersichtlicher Homepage mit wenig detaillierten Informationen verliert also möglicherweise viele potenzielle Kunden.

In der Befragung der dgroup gab mit 35,7 Prozent die Mehrheit der Finanzdienstleister an, ihre Online-Präsenz primär als Marketinginstrument zu sehen, und kaum oder gar kein Online-Geschäft zu betreiben (siehe Grafik). Wie unwichtig das Internet in den meisten Unternehmen ist, zeigen auch die Zuständigkeiten. Allein die Hälfte der befragten Unternehmen hatte keinen Online-Verantwortlichen auf der Ebene des Top-Managements. Bei vielen waren die Aufgaben und Ansprechpartner weit über viele Abteilungen verstreut. Da ist es wenig verwunderlich, dass die wenigsten Unternehmen über genaue Daten zu ihren Online-Geschäften verfügen. Was auf ihren Websites passiert, ist für viele Finanzdienstleister eine Blackbox.

Diese Versicherer können Online überzeugen

Noch schlechter als bei den Kreditinstituten sieht es allerdings bei den Versicherungen aus. Zwar schafften es die ARAG, die ERGO und AXA auf die ersten Plätze. Aber vor allem in puncto Online-Service sowie bei mobilen Angeboten wie Apps mussten die Versicherer Federn lassen. "Auch bei den Versicherungen ist es unerklärlich, warum die Unternehmen sich dem Onlinegeschäft so verschließen", sagt Gehrckens. Lediglich bei wenig erklärungsbedürftigen Versicherungen wie fürs Auto oder Haftpflicht werde der Verkaufsprozess bis zum Abschluss online angeboten. Bei komplexeren, margenträchtigeren Policen wie Lebensversicherungen würden Erklärungs- und Beratungspotenziale online nicht genutzt und die Unterstützung zum Vertragsabschluss bei einem Vertriebspartner vor Ort fände nur lückenhaft statt, so Gehrckens.

Jahre im Rückstand

Auch die großen der Internet-Branche wissen, wie weit die Kreditinstitute den Entwicklungen im Internet hinterher hinken. So wunderte sich Jens Quadbeck, bei Google Deutschland für die Finanzbranche verantwortlich, bereits Anfang des Jahres auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt über die fehlende mobile Strategie der Finanzdienstleister. Einige hätten noch nicht mal eine mobile Seite. Noch viel schlimmer: Banken hätten erst jetzt das Thema Suchmaschinenoptimierung erkannt, und arbeiteten mit Hochdruck daran, Internetnutzer auf ihre Seiten zu locken. Andere Branchen haben sich vor vielen Jahren mit diesem Thema befasst.

Auch die Konkurrenz im Ausland geht mit größeren Schritten voran als die deutschen Institute. Die Benchmarking-Studie zeigt, dass Banken wie die britischen Investmenthäuser Barclays oder HSBC im Schnitt besser da stehen (siehe Grafik). So ist zum Beispiel ein eigener Kanal des Unternehmens auf dem Videoportal youtube im Ausland Standard. Auch ohne Demokonten, Produktempfehlungen und Beispielrechner kommt keine Bank aus.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%