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Super-Landesbank „Wir brauchen eine Sparkassen-Zentralbank“

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis fordert Super-Landesbank Quelle: imago images

Die NordLB-Krise könnte der Idee einer Super-Landesbank Auftrieb verleihen. Sparkassen-Präsident Schleweis trommelt für die Idee. Ob die Sparkassen diesmal Erfolg haben, hängt auch vom Verhandlungsgeschick des Chefs ab.

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis wirbt trotz massiven Widerstands weiter für eine Super-Landesbank. „Wir brauchen eine Sparkassen-Zentralbank“, sagte Schleweis am Montagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Durch die fünf Landesbanken gebe es zu viele Doppelungen. „An den wichtigen Auslandsstandorten wie Singapur oder New York haben wir fünf Filialen, da reicht eine.“ Die regionale Nähe der Landesbanken biete nicht mehr die Vorteile, die sie vielleicht in der Vergangenheit gehabt habe. „Wenn Zeiten sich ändern, muss man sich anpassen“, forderte Schleweis. „Wir können zum einen Synergien im großen Umfang heben und wir können zum anderen Risiken abbauen.“

Bei einigen wichtigen Entscheidungsträgern stößt Schleweis aber bisher auf Widerstand. So hatten das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart, die zusammen die Mehrheit an der LBBW besitzen, Kritik an den Plänen des Sparkassen-Präsidenten geübt. Die „große Mehrzahl“ der Sparkassen stehe aber hinter seinem Vorschlag, sagte Schleweis. Bei anderen müsse er noch Überzeugungsarbeit leisten. „Aber ich glaube, dass es durchaus gelingen kann.“ Zu den konkreten Schritten auf dem „schwierigen Weg“ zu einem Sparkassen-Zentralinstitut schwieg Schleweis ebenso wie zum möglichen Zeitplan.

Überzeugungsarbeit muss Schleweis auch in Brüssel leisten, wo die EU-Kommission die Rettung der NordLB genehmigen muss. „Da viel öffentliches Geld dabei ist, ist das eine gewisse Herausforderung“, sagte Schleweis. Die Eigentümer müssen den Wettbewerbshütern unter anderem darlegen, dass das Geschäftsmodell einer geschrumpften NordLB bestehen kann. Welche konkreten Vorschläge man in Brüssel mache, bespreche man noch unter den Trägern. Die Eigentümer arbeiteten hart daran, und er sei optimistisch, grünes Licht zu erhalten.

Wenn eine Lösung für die NordLB gefunden werde, sei es widersinnig, wenn sie bei einer künftigen Landesbanken-Konsolidierung nicht dabei sein sollte, sagte Schleweis. Dabei könnte jedoch Widerstand des Miteigentümers Niedersachsen drohen. Niedersachsens Finanzminister und NordLB-Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers hatte vergangene Woche zwar erklärt, Niedersachsen stehe bereit, mit der künftigen NordLB einen Beitrag zur Konsolidierung des Landesbankensektors zu leisten. Er stellte aber klar: „Eines ist sicher, dass wir uns nicht filetieren lassen.“

Die Zahlen der fast 400 Sparkassen in Deutschland für 2018 seien „sehr zufriedenstellend“, sagte Schleweis. „Das Jahresergebnis liegt im bisherigen Bereich.“ Die Sparkassen seien sowohl bei den Einlagen als auch im Kreditgeschäft stark gewachsen. Die Zinsspanne sei weiterhin leicht rückgängig, aber bei weitem nicht so stark wie prognostiziert. Das Provisionsergebnis sei leicht gestiegen, die Kosten verharrten auf dem bisherigen Niveau. Die Kostensteigerungen durch höhere Löhne seien durch Personalabbau aufgefangen worden. Auch für Kreditausfälle habe man keine größeren Rückstellungen treffen müssen. Die Gruppe sei für einem möglichen Konjunkturabschwung ganz gut gerüstet. „Die Sparkassen haben ihr Eigenkapital in den letzten zehn Jahren verdoppelt“, sagte Schleweis.

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