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Systemrelevanz Die gefährlichsten Banken der Welt

29 Banken weltweit gelten als systemrelevant: Die Aufseher haben diese Liste zusammengestellt, die von den G20-Ländern abgesegnet wurde. Sie zeigt, welche Institute nun schärfer reguliert werden müssen.

Die Politik zieht ihre Lehren aus der Lehman-Pleite: Die weltweit stärksten Banken sollen so umgebaut werden, dass Steuerzahler nicht mehr für Verluste aufkommen müssen. Das beschlossen die führenden Volkswirtschaften zum Abschluss des G20-Gipfels im französischen Cannes (Foto). Insgesamt stehen 29 sogenannte systemrelevante Banken auf der Liste … Quelle: Reuters
Gemessen an der Bilanzsumme ist die Deutsche Bank das größte Institut auf der Liste - sie beträgt 2,3 Billionen Euro (Stand Ende September). Im Hinblick auf die Eigenkapitalquote (2,3 Prozent) ist Deutschlands größtes Geldhaus alles andere als Spitze. Auch der Börsenwert liegt mit 26,2 Milliarden Euro deutlich unter dem von vielen Konkurrenten. Quelle: dapd
Die BNP Paribas kommt auf eine Eigenkapitalquote von 3,5 Prozent - auch das ist nicht wirklich beruhigend. Die systemrelevanten Banken müssen ab 2018 3,5 Prozentpunkt mehr Eigenkapital vorhalten als nicht systemrelevante Institute. Systemrelevant ist eine Bank, wenn ihre Pleite das internationale Finanzsystem zum Kollaps bringen kann. Quelle: Reuters
Die Bilanzsumme der britischen Großbank HSBC beträgt 1,86 Billionen Euro, was Rang drei bedeutet. Auch beim Börsenwert liegt die HSBC weit vorne. Er beträgt 112,3 Milliarden Euro (Stand 4.11. 2011), also mehr als vier mal so viel wie bei der Deutschen Bank. Die Eigenkapitalquote liegt mit 6,0 Prozent auf einem recht hohen Niveau. Quelle: Reuters
Auch Mitsubishi UFJ - in Japan kurz MUFG genannt - steht auf der FSB-Liste und ist von den 29 Instituten gemessen am Börsenwert die fünftgrößte Bank (1,76 Billionen Euro). Der Börsenwert liegt bei der UFJ bei 44,6 Milliarden Euro, die Eigenkapitalquote ist mit 4,2 Prozent zwar nicht spitze, aber auch nicht beunruhigend. Quelle: ap
Auf Platz fünf folgt die erste US-Bank, nämlich JP Morgan Chase. Die Eigenkapitalquote liegt bei 7,6 Prozent, die Bilanzsumme beträgt umgerechnet 1,7 Billionen Euro. Die jüngsten Quartalszahlen zeigten, dass das Institut unter der Schwäche im Investment-Banking derzeit besonders leidet. Quelle: Reuters
Die britische Großbank Barclays (im Bild Chef Bob Diamond) ist an der Börse nur noch 25,7 Milliarden Euro wert, also inzwischen sogar noch weniger als die Deutsche Bank. Die Eigenkapitalquote liegt mit 3,5 Prozent auch nicht besonders hoch. Quelle: Reuters
Die Bank of America hat im ersten Halbjahr einen Verlust von 4,6 Milliarden Euro eingefahren. Und die Aussichten sind auch nicht berauschend. Das Institut von CEO Brian Moynihan gilt als der wahrscheinlichste Kandidat für eine Pleite einer US-Großbank - wenn es denn jemals wieder soweit kommen sollte. Immerhin liegt die Eigenkapitalquote mit 9,5 Prozent auf einem recht hohen Niveau. Quelle: dapd
Auch die verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) musste in diesem Jahr kräftig Federn lassen. Der Börsenwert schrumpfte auf knapp 30 Milliarden Euro zusammen. Die Bilanzsumme beträgt 1,6 Billionen Euro, was Rang acht bedeutet. Die Eigenkapitalquote liegt bei 5,2 Prozent. Quelle: ap
Die französischen Banken leiden überdurchschnittlich unter der Griechenland-Krise, weil sie dort so stark engagiert sind. Das gilt auch für die Crédit Agricole. Deren Eigenkapitalquote fällt mit 2,8 Prozent zudem besonders niedrig aus. Mit einem Börsenwert von nur 12,7 Milliarden Euro gehört sie zu den Banken auf der Liste, die am wenigsten Wert sind. Quelle: Reuters
Citigroup-Chef Vikram Pandit (im Bild) kann derzeit wohl etwas ruhiger schlafen als so mancher Kollege. Sein Institut kommt auf eine Eigenkapitalquote von 9,2 Prozent. Die Gewinne sprudeln wieder recht üppig, die Krise im Investment-Banking trifft die Citi nicht so stark wie die Konkurrenz. Quelle: Reuters
Gemessen an der Bilanzsumme liegt die Mizuho Financial Group auf Rang elf. Die japanische Großbank erreicht hier 1,4 Billionen Euro. Allerdings wies Mizuho im ersten Halbjahr einen kleinen Verlust aus und auch die Eigenkapitalquote liegt mit 2,4 Prozent in einem niedrigen Bereich. Quelle: Reuters
Die ING erreicht eine Eigenkapitalquote von 3,7 Prozent - nicht gerade üppig. Immerhin sahen die Zahlen im ersten Halbjahr sehr gut aus, hier hat das niederländische Institut vier Milliarden Euro Gewinn gemacht. Quelle: ap
Die Finanzkrise hat die Banco Santander überdurchschnittlich gut überstanden, auch dank des guten Geschäftes in Südamerika. Daher liegt der Börsenwert mit knapp 50 Milliarden Dollar mehr als doppelt so hoch wie zum Beispiel bei der Deutschen Bank. Die Eigenkapitalquote beträgt 5,8 Prozent. Quelle: Reuters
Die Bank of China ist das einzige chinesische Institut, dass laut FSB als systemrelevant bezeichnet werden kann. Gemessen am Börsenwert gehören die Institute dabei zu den größten der Welt, die Bank of China kommt auf 89,7 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 5,8 Prozent. Quelle: Reuters
Von den 29 Banken auf der Liste bildet die UBS genau den Mittelpunkt - sie liegt mit ihrer Bilanzsumme von 1,19 Billionen Euro auf Rang 15. Probleme hatte das Schweizer Geldhaus ohnehin genug. Der Skandal um einen 31-jährigen Händler, der Milliarden verzockte, kostete CEO Oswald Grübel (Foto) den Job. Die Eigenkapitalquote der UBS beträgt 3,6 Prozent. Quelle: Reuters
Sumitomo Mitsui ist das dritte japanische Geldhaus auf der FSB-Liste. Die Bank kommt auf eine Eigenkapitalquote von 3,5 Prozent und ist an der Börse 28,5 Milliarden Euro wert. Quelle: Reuters
Ein weiteres Sorgenkind der europäischen Bankenbranche ist die Société Générale. Die zweitgrößte französische Bank leidet auch unter ihrem starken Engagement in Griechenland. Der Börsenwert beträgt nur noch 13,6 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote liegt mit 3,6 Prozent auch im eher niedrigen Bereich. Quelle: rtr
Lloyds hat die Anleger mit einem Halbjahresverlust von 2,7 Milliarden Euro schockiert. Die britische Großbank, die zu 41 Prozent dem Staat gehört, kommt auf eine Eigenkapitalrendite von 4,6 Prozent. Quelle: Reuters
Mit der Bankengruppe Banque Populaire CdE hat Frankreich einen vierten Vertreter auf der FSB-Liste. Das nicht börsennotierte Institut kommt auf eine Bilanzsumme von 1,05 Billionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 4,5 Prozent. Quelle: Reuters
Die bei Privatkunden starke US-Großbank Wells Fargo gehört jetzt offiziell auch zu den weltweit gefährlichsten Banken. Das Geldhaus kommt aber, anders als viele Konkurrenten, auf eine Eigenkapitalquote von 9,7 Prozent. Auch der Börsenwert liegt mit 98 Milliarden Euro deutlich über dem von vielen Konkurrenten. Die Kapriolen an den Finanzmärkten konnten dem Institut von John Stumpf wenig anhaben. Trotz der Turbulenzen hat das Geldhaus mit einer Bilanzsumme 970 Milliarden Euro im Oktober (Q3) noch einen Gewinnsprung von 22 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Quelle: Reuters
Italiens größte Bank, die Unicredit, kommt auf eine Eigenkapitalquote von 7,0 Prozent und liegt mit einer Bilanzsumme von 919 Milliarden Euro auf den hinteren Rängen der Liste systemrelevanter Banken. Das Institut, zu dem die Münchner HypoVereinsbank (HVB) und die Wiener Bank Austria gehört, hadert momentan mit einer Kapitalerhöhung – es wäre die dritte Geldspritze seit Ausbruch der Finanzkrise 2008. Im Heimatmarkt haben die Mailänder derzeit mit Verlusten zu kämpfen, im Sommer dürfte zudem das wichtige Investmentbanking eingebrochen sein. Die Finanzbranche hofft darauf, dass der seit einem Jahr amtierende UniCredit-Chef Federico Ghizzoni Mitte November mit der Vorlage der Quartalszahlen zum großen Wurf ansetzt. Quelle: Reuters
Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat nicht viel zu lachen – hier stehen die Zeichen auf Krisenmodus. Nach einem Verlust im Investment-Banking und einem Gewinnrückgang in der Vermögensverwaltung im dritten Quartal drückt das Insitut von Brady Dougan beim Kostenabbau aufs Tempo. Zusätzlich zu einem im Sommer aufgelegten Sparkurs, der mit dem Abbau von rund 2.000 von 50.000 Stellen verbunden war, sollen nun weitere 1.500 Stellen dazukommen. Auch in Bezug auf die Eigenkapitalquote von 3,2 Prozent ist die zweitgrößte Schweizer Bank mit einer Bilanzsumme von 873 Milliarden Euro nicht gut aufgestellt. Quelle: dapd
Eine Rosskur plant auch die Commerzbank, bei der hohe Abschreibungen auf Griechenland im dritten Quartal zu einem hohen Verlust (855 Millionen Euro vor Steuern) geführt haben. Auch das deutsche Geldhaus, dessen Eigenkapitalquote mit 3,4 Prozent nicht wirklich spitze ist, muss künftig strengere Kapitalvorschriften erfüllen. In Kreisen heißt es, das Institut von Martin Blessing, wird einen Prozentpunkt bis maximal 1,5 Prozentpunkte zurücklegen müssen. Die Bilanzsumme der Commerzbank beträgt 648 Milliarden Euro, an der Börse ist das Institut nur 8,4 Milliarden Euro wert. Quelle: dpa
Der in Nordeuropa führende Bankkonzern Nordea kommt auf eine Eigenkapitalquote von 3,7 Prozent. Bankchef Christian Clausen setzte zuletzt eine deutliche Personalreduzierung in Gang. Bis Ende 2012 sollen bis zu 2000 Stellen wegfallen. Insgesamt beschäftigt Nordea nach eigenen Angaben 34.000 Mitarbeiter. Quelle: dapd
Schrumpfen ist gerade auch bei der erfolgsverwöhnten US-Investmentbank Goldman Sachs angesagt. Das Institut von Lloyd Blankfein (im Bild) fuhr vor kurzem den zweiten Quartalsverlust seit dem Börsengang 1999 ein. Im Sommer verkündete die Investmentbank, bis Mitte nächsten Jahres 1,2 Milliarden Dollar zu kürzen, wobei rund 1000 Jobs wegfallen sollen. Mit einer Quote von 7,4 Prozent hält die Bank allerdings sehr viel mehr Eigenkapital zurück als die anderen Kreditinstitute, die auf der Liste zu finden sind. Goldman Sachs belegt mit einer Bilanzsumme von 646 Milliarden Euro Platz 25. Quelle: dpa
Die US-Investmentbank Morgan Stanley, die sechstgrößte der Branche, kommt auf eine recht gute Eigenkapitalquote von 7,0 Prozent. Im dritten Quartal hat das Institut von James Gorman dank Bilanzeffekten einen Nettogewinn von 2,2 Milliarden Dollar erzielt – nach einem Minus im Vorjahreszeitraum. Quelle: ap
Mit einer Eigenkapitalquote von nur 1,3 Prozent bekommt Dexia-Chef Pierre Mariani, der gleichzeitig noch die Zerschlagung seines Instituts organisieren muss, derzeit wohl kaum ein Auge zu in der Nacht. Das belgisch-französische Geldhaus besitzt viele Staatsanleihen aus den Euro-Krisenstaaten Griechenland und Italien und zieht durch sein Geschäftsmodell das Misstrauen auf sich. An der Börse ist die Bank nur noch 0,8 Milliarden Euro wert. Auf der Liste rangiert es auf Platz 27. Quelle: dpa
Zum Schluss kommen noch einmal zwei US-Banken, die eventuell auch nicht jedem deutschen Leser ein Begriff sind: Die Bank of New York Mellon liegt mit einer Bilanzsumme von 240 Milliarden Euro auf Rang 28 der FSB-Liste. Ihre Eigenkapitalquote ist mit 10,5 im zweistelligen Bereich - das schafft sonst keine systemrelevante Bank. Die State Street liegt in puncto Bilanzsumme (155 Milliarden Euro) und Eigenkapitalquote (9,2 Prozent) knapp dahinter. Quelle: dapd
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