US-Stresstest Deutscher Bank droht weiterer Nackenschlag

Die US-Tochter der Deutschen Bank dürfte beim Stresstest in Amerika schlechte Karten haben. Die Kapitaldecke der Bank ist wohl ausreichend – doch das Institut hat andere Probleme.

Interne Kontrollen der Deutsche-Bank-Tochter stehen beim US-Stresstest im Fokus Quelle: dpa

Die US-Tochter der Deutschen Bank wird im anstehenden Stresstest nach Einschätzung von Insidern wohl durchfallen. Den ersten Teil der Prüfung durch die US-Notenbank dürfte sie wahrscheinlich noch meistern, wie Reuters vor den am Donnerstag anstehenden Ergebnissen aus Finanzkreisen erfuhr. Dabei geht es um die Kapitalpuffer, mit denen die 31 getesteten Banken schwere Turbulenzen ähnlich wie in der Finanzkrise von 2007 bis 2009 überstehen sollen.

Die geforderte Kernkapitalquote von fünf Prozent dürfte die Deutsche Bank Trust Corp vorweisen können. Doch bei der zweiten Stufe des Tests am 11. März werde es Deutschlands größte Bank wohl erwischen.

Die Konfliktherde der Deutschen Bank
28. April 2015Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen muss sich in München vor Gericht verantworten. Gleichzeitig beginnt auch der Prozess gegen vier andere ehemalige Deutsche Bank-Manager. Fitschen wird versuchter Prozessbetrug im Schadenersatzstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch vorgeworfen. Quelle: dpa
24. April 2015Am Freitag wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Bank über die zukünftige Strategie von Deutschlands größter Bank entscheiden. Bisher sieht es so aus, als würden zwei Modelle bevorzugt. Zur Wahl stehen die Aufspaltung der Bank in eine Unternehmer- und eine Privatkundenbank oder der Verkauf der Postbank zusammen mit einem üppigen Sparprogramm. Quelle: dpa
10. April 2014Im Libor-Skandal soll die Deutsche Bank eine Milliardenstrafe zahlen. Laut Berichten kommt es zu einem Vergleich zwischen den ermittelnden US-Behörden und der Bank, der bei umgerechnet 1,4 Milliarden Euro liegen soll. Das wäre die höchste Strafe, die im Libor-Skandal bisher verhängt wurde. Quelle: dpa
Januar 2015Seit Anfang des Jahres wird über die neue Strategie der Deutschen Bank gerätselt. Wird die Postbank verkauft und an die Börse gebracht? Oder soll das gesamte Privatkundengeschäft abgespalten werden? Noch ist nicht klar, welches Modell am Ende vorne liegt. Sicher scheint nur, dass es so nicht weitergehen kann. Quelle: dpa
09. Dezember 2014Der Steuerstreit zwischen der Deutschen Bank und den USA geht weiter. Am Montag reichte die US-Regierung Klage gegen den deutschen Branchenprimus ein. Dem Institut wird vorgeworfen, Einkommenssteuer hinterzogen zu haben. Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara erklärte, die USA klagten auf 190 Millionen Dollar. Diese Summe umfasse die entgangenen Steuern, Strafen und Zinsen. Die Klage bezieht sich auf einen Fall aus dem Jahr 1999. Durch ein Geflecht aus Luftbuchungen und Scheinfirmen sei den USA eine erhebliche Summe an Steuern entgangen, so der Staatsanwalt. Quelle: REUTERS
Das Logo der Deutschen Bank der Firmenzentrale in Frankfurt am Main spiegelt sich in einem Hochhaus Quelle: dpa
19.06.2014Großinvestoren wie die Allianz-Tochter Pimco und die DZ Bank verklagen die Deutsche Bank und fünf andere Geldhäuser wegen ihrer Verwicklung in das Geschäft mit riskanten Hypothekenpapieren. Sie hätten ihre Pflichten als Treuhänder verletzt, weil sie die Emittenten hypothekenbesicherter Papiere (MBS) vor der Finanzkrise 2008 nicht zum Rückkauf wackliger Kredite gedrängt hätten, heißt es in mehreren am Mittwoch in New York eingereichten Klagen. Die Anleger fordern Entschädigung für Verluste von 250 Milliarden Dollar mit 2200 MBS, die zwischen 2004 und 2008 ausgegeben wurden. Die sechs verklagten Banken zählten zu den größten Treuhändern solcher Papiere. In den MBS waren viele Kredite an Hausbauer gebündelt, die aufgrund schmaler Einkommen eigentlich gar keine Hypothek hätten bekommen dürfen. Viele Banken nahmen es mit den Risiken im Streben nach maximalem Profit aber nicht so genau. Als mehr und mehr Immobilienbesitzer im Zuge sinkender Immobilienpreise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, brach das auf zwei Billionen Dollar aufgeblähte System zusammen und löste die Finanzkrise aus. Neben der Deutschen Bank wurden die britische HSBC sowie die US-Häuser Citi, Wells Fargo, Bank of New York Mellon und US Bancorp verklagt. Quelle: dpa

Dann geht es darum, ob interne Kontrollen ausreichend sind. Hier war die Deutsche Bank in den USA wiederholt ermahnt worden. Die Aufseher monierten vor allem Schlampereien im Berichtswesen. Es geht um formale Fehler wie unvollständige Unterlagen, aber nicht um Trickserien. Dennoch sei es wahrscheinlich, dass die Bank dort durchfalle und nachbessern müsse, hieß es in den Kreisen.

Die Großbanken in den USA müssen von der Fed auch Pläne zu Dividenden und Aktienrückkäufen genehmigen lassen. Die Deutsche-Tochter nimmt erstmals an dem jährlichen US-Test teil.

Für die Deutsche Bank wäre eine rote Karte ein weiterer Nackenschlag: Co-Chef Jürgen Fitschen sowie seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer stehen demnächst wegen Betrugsverdachts vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, im Prozess um die Pleite der Kirch-Mediengruppe die Justiz getäuscht zu haben.

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Wie das "WSJ" jüngst berichtete, ist die Deutsche Bank in den USA neben anderen Häusern auch wegen möglicher Manipulationen im internationalen Edelmetallhandel im Visier der Behörden. Zudem steht sie im weltweiten Skandal um manipulierte Devisenkurse in den USA unter verschärfter Beobachtung.

Angesichts dieser Entwicklungen schaut die Fed den Managern strenger auf die Finger und prüft vor allem ihr internes Kontrollsystem. Die oberste Führungsebene stehe dabei besonders im Fokus, meint Experte Ahson Pai vom Beratungshaus SunGard. "Wenn sie nicht erklären kann, wie die Ergebnisse zustande gekommen sind, werden die Prüfer das kaum durchgehen lassen." Der Stresstest ist eine Lehre aus der Finanzkrise, in der große Banken wie Citigroup schwankten und vom Staat gestützt wurden.

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