Vergleich mit Banken Milliarden für Hausbesitzer in den USA

Millionen von überschuldeten Hausbesitzern in den USA können auf eine Verringerung ihrer Kreditlast hoffen. Die US-Regierung einigte sich mit fünf Großbanken auf einen 25 Milliarden Dollar (18,8 Milliarden Euro) schweren Vergleich.

US-Immobilien Quelle: dpa

Hunderttausende gebeutelte amerikanische Hausbesitzer können aufatmen: Ein Vergleich mit den fünf größten Kreditgebern des Landes verspricht ihnen niedrigere Kreditraten, eine einfachere Refinanzierung und Entschädigungen bei fehlerhaften Zwangsvollstreckungen. Das umfangreiche Hilfspaket ist insgesamt 25 Milliarden Dollar (19 Milliarden Euro) schwer. „Das ist der größte Vergleich, den die Regierung zusammen mit den Bundesstaaten jemals erreicht hat“, sagte US-Justizminister Eric Holder in Washington. Hintergrund des Milliardenpakets ist der Einbruch auf dem US-Häusermarkt ab dem Jahr 2007 und die kurze Zeit später einsetzende Wirtschaftskrise.

Viele Schuldner konnten plötzlich ihre Raten nicht mehr zahlen, wobei den Banken eine Mitschuld angelastet wird. Anstatt bei der Refinanzierung zu helfen, ließen die Kreditinstitute in vielen Fällen die Häuser säumiger Zahler einfach pfänden - wie sich später herausstellte oft ohne ausreichende Prüfung und mit falschen Papieren. Bis heute leiden viele ehemalige und aktuelle Hausbesitzer unter den Folgen. Die Banken hätten mit ihren Taten „Millionen Familien geschädigt. Familien, die nichts falsch machten und trotzdem ihr Haus verloren haben“, sagte Bauminister Shaun Donovan bei der Verkündung des Vergleichs. „Auch die Banken müssen sich an die Gesetze halten. Jede Bank, die das nicht getan hat, muss zur Rechenschaft gezogen werden.“
Die Kreditinstitute müssten ihre Fehler korrigieren und dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passiere, forderte er. Der Großteil der Gesamtsumme soll Schuldnern zugute kommen, die kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehen oder deren Haus weniger wert ist als der Kredit, den sie abtragen müssen („unter Wasser stehende Hypotheken“). Ihnen sollen günstigere Konditionen angeboten werden.

Die wertvollsten Bank-Marken der Welt
Platz 15: Die staatsgeführte Bank of China ist nicht nur das zweitgrößte, sondern auch das älteste Geldinstitut der Volksrepublik. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich die Bank of China in Sachen Markenwert um zwei Plätze steigern. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 12,86 Milliarden US-Dollar. Die Ergebnisse stammen vom Brand Finance Banking 500 - einer Erhebung, die das amerikanische Beratungsunternehmen Brandfinance mit dem Fachblatt "Te Banker" erarbeitet hat. Quelle: REUTERS
Platz 14: Das größte Kreditinstitut der Bundesrepublik, die Deutsche Bank, konnte 2011 trotz der europäischen Banken-Krise respektable Ergebnisse vorlegen. Die Universalbank konnte ihre Vorjahres-Platzierung erneut verteidigen. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 12,9 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 13: Die Banco Itaú ist die größte Bank in Brasilien und ganz Lateinamerika. Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der Fusion der beiden Banken Banco Itaú und der Unibanco. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Geldhaus zwei Plätze eingebüßt. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 13,2 Milliarden US-Dollar. Quelle: dpa
Platz 12: Die drittgrößte Bank Großbritanniens ist im Vergleich zum Vorjahr um ganze fünf Plätze nach unten gerutscht. Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten sind 2011 auch an Barclays nicht spurlos vorübergegangen. Dennoch übertrifft das international agierende Finanzunternehmen in Sachen Markenwert alle anderen britischen Bankhäuser, abgesehen von HBSC. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 13,6 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 11: Gemessen an der Bilanzsumme ist die Industrial & Commercial Bank of China ( ICBC) die größte Bank Chinas. Dennoch musste das Haus in Sachen Markenwert einen kleinen Verlust hinnehmen - im Vergleich zum Vorjahr fiel das Unternehmen drei Plätze nach unten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 15,2 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 10: Die China Construction Bank (CCB) gehört zu den vier größten Banken der Volksrepublik. In Sachen Markenwert hat es das Geldhaus nicht nur geschafft, den Konkurrenten ICBC zu überrunden, sondern auch die Spitzenposition unter den chinesischen Banken einzunehmen. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 15,5 Milliarden US-Dollar. Quelle: dpa
Platz 9: Die Banco Bradesco gehört zu den vier größten Banken Brasiliens. Im Vergleich zum Vorjahr büßte das Geldinstitut drei Plätze in Sachen Markenwert ein, ist unter den brasilianischen Konkurrenten aber immer noch Spitzenreiter. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 15,7 Milliarden US-Dollar. Quelle: Presse
Platz 8: BNP Paribas ist nicht nur eine der führenden Banken Frankreichs sondern auch ganz Europas - auch in Sachen Markenwert. Das Geldinstitut konnte im Vergleich zum Vorjahr sogar vier Plätze zulegen. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 16,8 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 7: Der US-Kreditkartenkonzern American Express hat dank der Ausgabenfreude seiner überdurchschnittlich wohlhabenden Kunden und einer Verlangsamung des Kostenanstiegs im vierten Quartal einen höheren Gewinn als erwartet erzielt. Auch der Markenwert viel weit besser aus als im Vorjahr - das Unternehmen hat sich ganze fünf Ränge nach vorne gekämpft. Damit gelang dem Unternehmen der größte Sprung nach oben – mit einem Plus von 2,7 Milliarden. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 18,2 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 6: Ebenfalls über eine Sprung nach oben darf sich die US-Großbank Citigroup freuen. Der weltweit größte Finanzdienstleister für Privatkunden legte beim Markenwert im Vergleich zum Vorjahr (Platz 9) drei Plätze zu. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 18,6 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 5: Die US-Bank JPMorgan Chase hatte im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn eingefahren. Dabei zehrte das Wall-Street-Institut vor allem von den guten Geschäften zu Jahresbeginn. In der zweiten Jahreshälfte hinterließen die Schuldenkrise und die sich abkühlende Weltwirtschaft ihre Spuren in der Bilanz des Branchenprimus. In Sachen Markenwert konnte das Geldinstitut Vorjahresplatzierung halten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 19 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 4: Die spanische Großbank Santander legt wegen der Flaute am spanischen Immobilienmarkt 3,2 Milliarden Euro zurück und musste dafür 2011 im Vergleich zum Vorjahr einen Gewinnrückgang von 35 Prozent in Kauf nehmen. Immerhin in Sachen Markenwert blieb mit Platz 4 bei Santander alles beim Alten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 20 Milliarden US-Dollar. Quelle: dpa
Platz 3: Die Nummer zwei der amerikanischen Banken ist im vierten Quartal in die Gewinnzone zurück gekehrt. Die Bank of America verdiente im Schlussquartal rund zwei Milliarden Euro. Die Spitzenposition in Sachen Markenwert büßte das Geldinstitut jedoch ein. Im Vergleich zum Vorjahr rutschte die Bank of America zwei Ränge nach unten. Die wegen Zwangsvollstreckungs-Maßnahmen im Heimmarkt sehr umstrittene Bank stürzte mit einem Minus von 11,1 Milliarden beim Markenwert am tiefsten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 22,9 Milliarden US-Dollar. Quelle: dapd
Platz 2: Das viertgrößte US-Institut, Wells Fargo, hat 2011 einen Rekordgewinn von 15,9 Milliarden Dollar (12,4 Milliarden Euro) eingefahren, eine Steigerung von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beim Markenwert konnte die US-Großbank sich auf Platz 2 behaupten und ist damit Spitzenreiter unter den US-amerikanischen Konkurrenten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 23,2 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 1: Kapitalmarktturbulenzen, höhere Vorsorge für Kreditausfälle und höhere Kosten haben das Geschäft der britischen Großbank HSBC 2011 belastet. Dennoch schaffte die europaweit größte Bank in Sachen Markenwert einen Sprung um zwei Ränge nach vorne und hat damit die Bank of America von der Spitzenposition verdrängt. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 27,6 Milliarden US-Dollar. (Quelle: eine Erhebung des amerikanischen Beratungsunternehmens Brandfinance in Zusammenarbeit mit dem Fachblatt "The Banker") Quelle: REUTERS

Das Ende langwieriger Ermittlungen
1,5 Milliarden Dollar gehen als Entschädigung an jene Familien, die ihr Haus aufgrund von Fehlern der Banken oder von ihr beauftragter Firmen verloren haben. 3,5 Milliarden Dollar fließen an den Staat, um eigene Verluste aus der Immobilienkrise abzudecken und den Geschädigten Hilfestellung zu geben. Die Kreditinstitute, die hinter dem Vergleich stehen, sind die Bank of America, JPMorgan Chase, Wells Fargo, die Citigroup und Ally Financial. Die Deutsche Bank gehört nicht dazu: Sie vergibt in den USA keine Hauskredite. Dennoch war sie wegen Hypothekengeschäften unter Beschuss geraten: Unter anderem fühlten sich institutionelle Käufer von Hypothekenpapieren von den Frankfurtern betrogen. Zuletzt schmetterte ein New Yorker Richter aber zwei Klagen ab.
Mit dem Vergleich enden langwierige Ermittlungen der Generalstaatsanwälte der US-Bundesstaaten. „Der Vergleich hindert die US-Behörden aber nicht daran, gegen kriminelle Verfehlungen vorzugehen“, sagte Justizminister Holder.

Ein staatlicher Aufseher soll darüber wachen, dass das Kreditgeschäft künftig sauber abläuft. Dabei stehen auch die sogenannten Servicer in der Pflicht, das sind Firmen, die im Auftrag der Banken die Kredite verwalten. Für die Banken wurde die Einigung - obwohl auf den ersten Blick sehr teuer - von vielen Beobachtern als positiv empfunden, da nun endlich Klarheit herrsche. Die Aktien der Häuser lagen an der Wall Street nur leicht im Minus. „Es ist eine tolle Möglichkeit für die Banken, ihr Ansehen wieder herzustellen“, sagte der Generalstaatsanwalt von Iowa, Tom Miller.

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