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VersichererInsider: Klima-Allianz der Versicherer erwägt Entschärfung ihrer Regeln

Viele Mitglieder haben sich aus der Net-Zero Insurance Alliance zurückgezogen. Nun will das Bündnis offenbar seine Regeln verändern. 04.07.2023 - 20:49 Uhr

Umweltschützer äußerten sich kritisch zu Überlegungen, die Anforderungen zu lockern.

Foto: dpa

Das internationale Klima-Bündnis der Versicherer erwägt Insidern zufolge eine Aufweichung seiner Regeln, um ausgetretene Mitglieder wieder zurückzugewinnen. So könne die Frist von sechs Monaten abgeschafft werden, die die Mitglieder bislang für die Veröffentlichung von Zielen für die Emission von Treibhausgasen einhalten müssten, sagten zwei mit dem Vorhaben vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Auch andere Regeln sollten verändert werden, um die Mitgliedschaft weniger streng zu gestalten.

In der 2021 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufenen Net-Zero Insurance Alliance (NZIA) wollten sich die Versicherer einheitliche Regeln für einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz geben, etwa indem sie besonders umweltschädliche Industrien nicht mehr versichern. Allerdings haben sich viele Mitglieder inzwischen zurückgezogen, darunter auch die deutsche Allianz als Gründungsmitglied. Derzeit hat das Bündnis zwölf Mitglieder, einst waren es mehr als 30.

Ein Grund für den jüngsten Exodus ist das Vorpreschen von Generalstaatsanwälten in 23 US-Bundesstaaten, die von Republikanern regiert werden. Sie haben ein Schreiben verschickt, in dem sie den Versicherern rechtliche Schritte androhen. Die Generalstaatsanwälte erklärten, die Anforderungen der NZIA könnten gegen das Kartellrecht verstoßen.

Zudem hätten die Maßnahmen der Allianz die Versicherungs- und sonstigen Kosten für die Verbraucher in die Höhe getrieben und somit die Inflation angeheizt. Die Insider sagten am Dienstag, die Hoffnung der NZIA sei, durch die Lockerungen die Lage zu beruhigen. Zudem solle Raum für Ex-Mitglieder geschaffen werden, die eine spätere Rückkehr in Betracht ziehen könnten.

Umweltschützer äußerten sich kritisch zu Überlegungen, die Anforderungen zu lockern. Die Versicherer würden schon jetzt zu wenig tun, um die Emissionen zu senken, sagte Peter Bosshard, Koordinator der Kampagne „Insure our Future“. Erforderlich sei vielmehr ein aggressives kollektives Vorgehen.

Zu den aktuellen Mitgliedern zählen unter anderem noch die britische Aviva, die italienische Generali und Shinhan Life aus Südkorea. Die NZIA wurde gegründet, um die Bemühungen der Versicherer voranzutreiben, bis 2050 in ihren Versicherungsportfolios netto keine Kohlenstoffemissionen mehr zu verursachen. Aus der Allianz zurückgezogen haben sich unter anderem die Münchener Rück, Zurich, Swiss Re und Hannover Rück.

rtr
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