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Weniger verdient Commerzbank nennt eigenes Gewinnziel „ambitioniert“

Commerzbank verdient weniger: Gewinnziel sei „ambitioniert“ Quelle: dpa

Belastet vom Zinstief und faulen Krediten hat die Commerzbank im zweiten Quartal nur dank geringerer Steuern einen Gewinneinbruch verhindern können. Chef Zielke ist optimistisch, dass das Jahresziel gehalten wird.

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Zinstief und Konjunktureintrübung haben die Geschäfte der Commerzbank nach den geplatzten Fusionsgesprächen mit der Deutschen Bank belastet. Dank geringerer Steuern konnte das Institut im zweiten Quartal allerdings einen Gewinneinbruch verhindern. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 271 Millionen Euro und damit eine Million weniger als ein Jahr zuvor, wie das im MDax gelistete Institut am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Das war deutlich mehr als von Analysten im Schnitt erwartet.

Der operative Gewinn brach hingegen stärker als gedacht um ein Viertel auf 298 Millionen Euro ein, auch weil die Bank die Risikovorsorge für faule Kredite erhöhte.

Vorstandschef Martin Zielke verwies auf Wachstum im Kundengeschäft, betonte aber auch: „Die Herausforderungen für die Branche und für uns nehmen weiter zu.“ Dies werde vermutlich weitere Investitionen erfordern, „und genau das prüfen und bewerten wir im aktuellen Strategieprozess“.

Mit der Konzentration auf Privatkunden sowie Firmenkunden und Mittelstand sieht sich die Commerzbank, deren größter Anteilseigner der deutsche Staat ist, zwar grundsätzlich gut aufgestellt. Allerdings sind die Möglichkeiten zu Wachstum aus eigener Kraft begrenzt. In der Branche herrscht ein harter Preiskampf. Zugleich ist die von Finanzinstituten herbeigesehnte Wende zu höheren Zinsen in weite Ferne gerückt. Der Commerzbank-Vorstand will im Herbst aufzeigen, wie das Institut nach 2020 weiterentwickelt werden soll. Dann läuft der seit Herbst 2016 geltende Strategieplan aus. Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank waren im April gescheitert.

Für das laufende Jahr peilt Zielke zwar weiterhin einen etwas höheren Überschuss an als im Vorjahr. Dieses Ziel sei wegen der sich „spürbar eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Lage“ und der unsicheren Situation in der Weltpolitik aber „deutlich ambitionierter“ geworden, betonte das Management nun.

So musste die Bank im zweiten Quartal schon deutlich mehr Geld für faule Kredite zurücklegen als ein Jahr zuvor. Die Bank führte dies insbesondere auf Einzelfälle zurück. Insgesamt sei das Risikoprofil weiter sehr gesund.

Im vergangenen Jahr hatten die Frankfurter insgesamt einen Konzerngewinn von 865 Millionen Euro erzielt. In den ersten sechs Monaten verdiente das Institut 391 Millionen Euro.

Vor allem die anhaltenden Niedrigzinsen belasten die Kreditinstitute. Die Erträge – also die gesamten Einnahmen der Bank – sanken im zweiten Quartal um mehr als 2 Prozent auf 2,129 Milliarden Euro. Gemildert wurde der Gegenwind aus negativen Zinsen und Kosten für die Regulierung im ersten Halbjahr durch zusätzliches Geschäft mit neuen Kunden. Unter dem Strich gewann die Commerzbank im zweiten Quartal samt ihrer Onlinetochter Comdirect 108.000 neue Privatkunden hinzu, seit Jahresbeginn waren es 232.000.

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