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Windreich-Pleite Verdacht gegen Sarasin-Bank

Im Januar wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen Windreich ausgeweitet hat. Nun kommt ein neuer Verdacht auf: Mitarbeiter der Schweizer Bank Sarasin sollen SZ-Informationen zufolge Kunden erst riskante Anlagen angedreht und dann auch noch die Insolvenz ausgelöst haben.

Die größten Anlagenbauer
NordexNach zwei verlustreichen Jahren und vielen Einsparungen lief es 2013 für Nordex wieder besser. Der Windturbinenbauer kehrte in die Gewinnzone zurück. In der Vergangenheit trennte sich Nordex unter anderem verlustreichen Produktionsstätten in den USA und China und konzentrierte sich ganz auf den Bau von Onshore-Anlagen. Mit der Strategie konnte das Unternehmen in Deutschland Marktanteile gewinnen. 2012 kam Nordex auf 3,5 Prozent, 2013 waren es im On- und Offshore-Bereich zusammen bereits sieben Prozent. Auch die Aussichten sind gut: Für 2014 rechnet der Vorstand mit neue Aufträge im Umfang von 1,6 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Siemens WindenergiesparteSiemens ist Weltmarktführer bei Offshore-Windrädern und dominiert auch in Deutschland diesen Bereich. Hierzulande kommt das Unternehmen in dem Segment auf 52,1 Prozent Marktanteil. Im On- und Offshore-Bereichen zusammen hatte Siemens Wind Power 2013 einen Anteil von 9,8 Prozent und liegt damit auf Platz vier. Nach dem Verkauf der gefloppten Solarsparte will sich Siemens künftig noch mehr auf die Energie aus Wind und Wasser zu konzentrieren. Das Geschäft lief zuletzt insbesondere im Ausland gut. Im Dezember 2013 erhielt das Unternehmen mehrere Großaufträge in den USA. In Deutschland gibt es aber auch Probleme: Bei der Anbindung von vier Offshore-Windparks in der Nordsee liegt Siemens dem Zeitplan um mehr als ein Jahr hinterher. Die Verzögerungen sollen Siemens bereits mehr als 600 Millionen Euro gekostet haben. Quelle: dpa
SenvionDas Hamburger Unternehmen Senvion ( ehemals Repower) ist eine Tochter des indischen Windkraftkonzerns Suzlon. Wie Nordex ist es auch dem Hamburger Unternehmen gelungen, Marktanteile zu gewinnen. 2013 installierte Senvion Anlagen mit rund 484 Megawatt und nun einen Markanteil von insgesamt 13,5 Prozent. Im Onshore-Bereich sind es sogar 16,2 Prozent. Das sind drei Prozent mehr als im Jahr zuvor. In Deutschland hat das Unternehmen nach eigenen Angaben nun eine Gesamtleistung von 2,8 Gigawatt installiert. Im März 2014 hat Senvion die Schwelle von 10 Gigawatt weltweit installierter Leistung überschritten. In der Vergangenheit hatte das Unternehmen allerdings auch mit deutlichen Umsatzrückgängen zu kämpfen. Quelle: dpa
VestasDer weltgrößte Windturbinenhersteller Vestas hatte in Deutschland 2013 einen Marktanteil von 16,7 Prozent (Onshore 20 Prozent). Damit hat der Anlagenbauer zwar rund sechs Prozent an die kleineren Mitbewerber verloren, liegt aber weiterhin klar auf Platz zwei. Allein 2013 stellte das dänische Unternehmen Anlagen mit einer Leistung von 598,9 Megawatt in Deutschland auf. Wirtschaftlich ist Vestas offenbar auf einem guten Weg: Nach massiven Sparmaßnahmen in den Vorjahren hat das Unternehmen im letzten Quartal 2013 erstmals seit Mitte 2011 wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Der Jahresverlust lag bei 82 Millionen Euro, nach 963 Millionen Euro 2012. Quelle: ZB
EnerconDas vom Windpionier Aloys Wobben gegründete Unternehmen ist unangefochtener Marktführer in Deutschland bei Anlagen auf dem Festland (49,6 Prozent Marktanteil). Onshore-Anlagen mit einer Leistung von 1.484,6 Megawatt hat Enercon allein 2013 aufgestellt. Auf dem Gesamtmarkt musste der Windanlagenbauer allerdings Verluste hinnehmen. Lag der Markanteil 2012 bei 54,3 Prozent, betrug er zuletzt noch bei 41,4 Prozent. Weltweit hat das Unternehmen mittlerweile mehr als 20.000 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 28 Gigawatt installiert. Laut den Wirtschaftsforscher von Globaldata liegt Enercon im globalen Vergleich damit auf Platz. Geschlagen werden die Ostfriesen von der dänische Konkurrenz Vestas. Quelle: dpa

366 Millionen Euro - das ist die Summe, die die Gläubiger des insolventen Windpark-Entwicklers Windreich auf der Gläubigerversammlung forderten. Nun kommt nach der Insolvenz noch ein neuer Schauplatz hinzu: Die Schweizer Privatbank Sarasin galt als fleißig beim Vertrieb der Windreich-Anleihen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

Nun rückt ein Beschwerdeschreiben von Anlegern beim Ombudsmann der deutschen Banken das Haus in ein schlechtes Licht: Demnach sollen Anlegern - auf Betreiben des Instituts hin, Windreich-Anleihen ins Depot gebucht worden sein, unabhängig davon, welche Investmentstrategie diese Kunden überhaupt verfolgt hätten, so die "SZ". Damit so so viel Geld reingekommen sein, dass die Papiere teils einen sechsstelligen Betrag in Depots aus, in Einzelfällen sogar bis zu 40 Prozent des Gesamtportfolios ausmachten. Der Bank hätte dabei klar sein müssen, dass Windreich sich längt auf eine Schieflage zu bewegt. Warnungen gab es keine, obwohl Anlegern versprochen wurden war, dass "Sicherheit vor Ertrag" gehe. Im Zuge dessen ist auch bekannt geworden, dass Sarasin dem Unternehmen 70 Millionen Euro per Darlehen geliehen hätte - ein Eigeninteresse der Bank war also, dass die Geschäfte von Windreich weitergehen.

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Im Januar wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart ihre Ermittlungen gegen den Windpark-Entwickler Windreich ausgeweitet hat. Im Dezember habe es Durchsuchungen bei einem weiteren Beschuldigten gegeben, sagte eine Sprecherin am Montag in Stuttgart. Zuvor hatte die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, die Anklagebehörde habe nun auch den Wirtschaftsprüfer der insolventen Gesellschaft im Visier. Dem Blatt zufolge wollte er sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern.

Die Ermittlungen drehen sich unter anderem um den Verdacht auf Beihilfe zur Bilanzmanipulation und zum Kreditbetrug, wie die Sprecherin der Behörde sagte. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft unter anderem gegen den früheren Firmenchef Willi Balz Ermittlungen wegen des Verdachts auf Bilanzmanipulation und Insolvenzverschleppung aufgenommen. Balz weist die Vorwürfe zurück.

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