Wirtschaftswachstum KfW warnt vor Dauerstagnation

Die anhaltende Euro-Krise hat den Mittelstand in Deutschland überraschend geschwächt. Die staatseigene Förderbank KfW prognostiziert Deutschland eine andauernden Stagnation. Grund dafür ist die demografische Entwicklung.

Die Förderbank KfW sagt Deutschland ein Nullwachstum voraus. Quelle: obs

Die staatseigene Förderbank KfW sieht Deutschland vor einer andauernden Stagnation. Grund sei die erwartete demografische Entwicklung in den kommenden 20 Jahren mit einer schrumpfenden Bevölkerung und einem noch größeren Rückgang der Menschen im erwerbsfähigen Alter, schreibt KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“.

Sollten keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, könne das deutsche Potenzialwachstum von 1,4 Prozent im Jahr 2012 bis 2030 auf 0,2 Prozent fallen. Dies gehe aus der noch unveröffentlichten KfW-Studie „Deutsches Wirtschaftswachstum in der Demografiefalle: Wo ist der Ausweg?“ hervor.

Das sind die Topverdiener in Europa
Platz 15: Paul Bulcke, Nestlé, 8,3 Millionen EuroNach Berechnungen der Berliner Humboldt-Universität und manager magazin für das Jahr 2012 kassierte der Vorstandschef des Schweizer Nahrungsmittelmultis Nestlé über acht Millionen Euro. Quelle: REUTERS
Platz 14: Kasper Rorsted, Henkel, 8,5 Millionen EuroDer junge und ehrgeizige Däne Kasper Rorsted brachte frischen Wind in den Konsumgüterkonzern - und lässt sich das mit rund 8,5 Millionen Euro auch gut bezahlen. Quelle: obs
Platz 13: Bill McDermott / Jim Hagemann Snabe, SAP, 8,5 Millionen EuroDas Spitzenduo von SAP Bill McDermott (links) und Jim-Hagemann Snabe strichen im vergangenen Jahr jeweils im Schnitt rund 8,5 Millionen Euro ein. Nun wechselt Snabe in den Aufsichtsrat - McDermott ist künftig alleiniger CEO. Quelle: dapd
Platz 12: Andrew Witty, GSK, 8,6 Millionen EuroDer Chef des britischen Pharma-Konzerns GlaxoSmithKline zählt mit Bezügen in Höhe von rund 8,6 Millionen Euro ebenfalls zu den Topverdienern in Europa. Quelle: REUTERS
Platz 11: Bernard Arnault, LVMH, 9,2 Millionen EuroLVMH-Chef Bernard Arnault gilt als einer der reichsten Männer Frankreich. Auch der Luxusgüterkonzern hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2013 dank der Nachfrage aus Asien und den Vereinigten Staaten gesteigert.   Quelle: dpa
Platz 10: Mathias Döpfner, Axel Springer, 9,6 Millionen EuroMathias Döpfner, Chef von Europas größtem Verlagshaus Axel Springer, gehört zu den zehn bestverdienenden Managern in Europa und lässt mit seinen Bezügen auch 29 von 30 Dax-Chefs hinter sich. Er will den Springer-Konzern radikal digitalisieren. Quelle: dpa
Platz 9: Peter Voser, Shell, 9,7 Millionen EuroAlle reden von alternativen Energien - doch das Ölgeschäft läuft nach wie vor wie geschmiert. Abzulesen ist das auch am Gehalt von Shell-CEO Peter Voser, der im vergangenen Jahr 9,7 Millionen Euro auf sein Konto überwiesen bekam. Quelle: dpa

Zeuner sieht allerdings Möglichkeiten, das Potenzialwachstum trotz der Alterung sogar noch leicht auf 1,6 Prozent zu steigern. Dafür müsse die Erwerbsbeteiligung - etwa durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Steueranreize zur erhöhten Erwerbsbeteiligung von Eheleuten - auf ein skandinavisches Niveau steigen. Die Erwerbslosenquote müsse auf vier Prozent sinken.

Gleichzeitig müsse mehr investiert werden, die Produktivität erhöht und die Nettozuwanderung steigen. „Unzweifelhaft sehr hoch ist der Handlungsbedarf bei den Investitionen - insbesondere beim Staat, aber auch in der Privatwirtschaft - und der Produktivität. Sowohl die Stärkung der Investitionen wie auch der Produktivität haben nach unserer Einschätzung Priorität“, schreibt Zeuner. Zudem müssten Zuwanderer besser und schneller in die Arbeitswelt integriert werden.

Vergangenen Dienstag veröffentlichte die KfW den Mittelstandspanel 2013. Auch hier zeigt sich, dass die Euro-Krise nicht spurlos an den deutschen Unternehmen vorbeigegangen ist. "Es legen sich die ersten Schatten über den langjährigen Erfolg", heißt es in dem Bericht. Das habe auch Auswirkungen auf die Arbeitsplätze. "Der 'Jobmotor Mittelstand' beginnt zu stottern", erklärte die KfW.

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Die deutschen Unternehmen seien zwar besser durch die Krise gekommen als die Konkurrenz. "Dies hat auch Kräfte gekostet", sagte KfW-Chefökonom Jörg Zeuner. Besonders die Entwicklung von Profitabilität und Eigenkapitalausstattung bei den Kleinen gebe Anlass zur Sorge.

Die Firmen konnten ihren Umsatz 2012 zwar erhöhen. Das Plus fiel mit 2,4 Prozent aber deutlich geringer aus als im Jahr davor mit gut acht Prozent. Die Zahl der Vollzeitjobs stieg der Umfrage unter mehr als 11.000 Betrieben zufolge zwar um zwei Prozent, die Teilzeitbeschäftigung sank aber um 15 Prozent. Damit fällt erstmals seit sechs Jahren die Zahl der Erwerbstätigen im Mittelstand, wenn auch nur leicht um 0,3 Prozent.

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