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Zusammenschluss im Sparkassen-Lager Niedersachsen macht Weg für Bausparkassen-Fusion frei

Die LBS Nord verwaltet eine Bilanz von fast 8 Milliarden Euro, die LBS West von knapp 15 Milliarden Euro. Quelle: dpa

Im Sparkassen-Sektor bahnt sich eine Großfusion an: Das Land Niedersachsen widersetzt sich nicht länger einem Zusammenschluss der Landesbausparkassen Nord und West, wie WirtschaftsWoche-Informationen besagen.

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Im Sparkassen-Sektor zeichnet sich eine Großfusion ab: Das Land Niedersachsen stemmt sich nach WirtschaftsWoche-Informationen aus Finanzkreisen nicht länger gegen den Zusammenschluss der Landesbausparkassen (LBS) West und Nord. Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) sagte der WirtschaftsWoche, er äußere sich zu „konkreten Vorhaben nicht“. Grundsätzlich halte er es aber „für sinnvoll, wenn in der Gruppe der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute Maßnahmen ergriffen werden, um sich zukunftsfähig aufstellen“, erklärte er.

Niedersachsen ist bei der Fusion entscheidend, weil das Land Mehrheitseigner der Landesbank Nord/LB ist, die 44 Prozent an der LBS Nord hält. Zuletzt war in den Gesprächen um rechtliche Fragen gerungen worden, für den Fall, dass ein privater Investor bei der Nord/LB einsteigt. Diese Fragen sind inzwischen geklärt. Mittlerweile soll auch eine als Memorandum of Understanding bekannte Absichtserklärung über einen Zusammenschluss vorliegen.

Ein Sprecher des ebenfalls mit 44 Prozent an der LBS Nord beteiligten Sparkassenverbandes Niedersachsen erklärte: „Wir können Abstimmungsgespräche zwischen den Trägern der LBS Nord und LBS West bestätigen“. Es gebe bisher aber „keine verbindlichen Absprachen“, sagte er der WirtschaftsWoche. Die Landesbank Berlin, der auch Anteile an der LBS Nord gehören, die LBS Nord und die Nord/LB äußerten sich nicht. Die LBS Nord verwaltet eine Bilanz von fast 8 Milliarden Euro, die LBS West von knapp 15 Milliarden Euro.



Zusammenschlüsse unter den derzeit noch acht Landesbausparkassen erwarten Beobachter seit Langem: Die Geschäftsmodelle sind weitestgehend gleich, stehen aber wegen der Niedrigzinsen unter extremen Druck. Zuletzt hatte der baden-württembergische Sparkassen-Präsident Peter Schneider in der WirtschaftsWoche als Ziel ausgeben, alle Landesbausparkassen in einer zu bündeln. Die technische Basis für Fusionen haben die öffentlich-rechtlichen Institute bereits geschaffen: Als letztes Haus war im August 2020 die LBS Bayern auf eine gemeinsame IT-Plattform gewechselt.

Mehr zum Thema: Bei den Sparkassen wächst die Erkenntnis, dass es nicht die eine Lösung für ihre Probleme gibt. In mühevoller Kleinarbeit wollen sie jetzt ihre Prozesse straffen – und könnten gleich eine Reihe von Fusionen anstoßen.

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