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Bankenkrise Commerzbank: Trotz hoher Verluste operativ besser

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** ARCHIV ** Das Logo der Quelle: AP

Die Commerzbank hat das Investmentbanking stark gestutzt und will stattdessen verstärkt auf Privatkunden und Mittelstandsgeschäft setzen. Letzteres könnte noch böse Überraschungen für die Bank mit sich bringen. Experten rechnen in den kommenden Monaten noch einmal mit einer Welle von Insolvenzen und damit von Kreditausfällen. „Die Banken werden im ersten Halbjahr 2010 vor besonderen Herausforderungen stehen“, warnte jüngst der für das Deutschland-Geschäft zuständige Vorstand der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen.   Die Banken hatten sich bereits in den vergangenen Monaten mit Milliarden gegen mögliche Kreditausfälle gewappnet. Bei der Commerzbank dürfte die Risikovorsorge den Schätzungen zufolge in diesem Quartal bei 775 Millionen Euro liegen. Für das Gesamtjahr will Commerzbank-Chef Martin Blessing wie im Vorjahr 3,6 Milliarden Euro für faule Kredite zurücklegen. Nach Meinung von M.M.Warburg-Analyst Andreas Pläsier zu wenig: Die Kreditqualität habe sich weiter verschlechtert, warnt der Analyst.   

Teurer Konzernumbau

Die laufende Integration der Dresdner Bank hat den Gewinn auch im dritten Quartal geschmälert. Rund 900 Millionen Euro kostete der Umbau im dritten Quartal – das ist mehr als im gesamten ersten Halbjahr angefallen war. Insgesamt soll der Konzernumbau die Commerzbank zwei Milliarden Euro kosten.  Bislang kommt die Commerzbank mit ihrer Neuaufstellung voran: Im zweiten Quartal 2010 soll die Umstellung der Filialen abgeschlossen sein, sagte der für die Integration zuständige Commerzbank-Vorstand Ulrich Sieber zuletzt. Das ist früher als geplant: „Dann kann jeder Kunde seine Kontoauszüge drucken, egal in welcher Filiale er ist.“ Auch der Stellenabbau läuft nach Plan: Rund 2.400 der geplanten 9.000 Arbeitsplätze sind bereits gestrichen worden. Die Umstellung der IT-Systeme wird allerdings mehr Zeit in Anspruch nehmen als bislang gedacht.   

Staat musste stützen

Die Dresdner-Übernahme hatte die Commerzbank vor gut einem Jahr ins Straucheln gebracht. Die zweitgrößte deutsche Bank musste mit Milliarden von der Bundesregierung gestützt werden. Der Bund erhielt dafür ein Viertel der Aktien. Die Garantien in Höhe von 15 Milliarden Euro hat Commerzbank-Chef Blessing inzwischen zum Teil ungenutzt zurückgegeben. Bis er allerdings die Stille Einlage zurückzahlen wird, dürfte es noch etwas dauern.  Zu günstig ist die staatliche Kapitalspritze, auch wenn andere europäische Banken sich schon längst mittels Kapitalerhöhungen von den Fesseln des Staates befreit haben. Denn da die Commerzbank in diesem Jahr sowohl für Konzern als auch AG einen Verlust ausweisen wird, muss sie für die Stille Einlage auch keine Zinsen zahlen.

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