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Bayer-Chef Werner Wenning "Einiges falsch gelaufen"

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Betaferon

Bayer erzielt im Gesundheitsgeschäft eine Rendite – vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – von 28 Prozent vom Umsatz. Sie geben nur 15 Prozent vom Umsatz für Forschung und Entwicklung, aber 30 Prozent für Vertrieb aus, um Ärzte zu ködern.

Ach was, der Vergleich hinkt doch. Zu den Vertriebskosten zählen unter anderem auch Verpackungskosten, Bevorratung und Logistik. Und natürlich müssen wir dem Arzt unsere Produkte erklären. Das ist auch zum Wohle des Patienten. Nehmen Sie etwa Bluthochdruckmittel: Nicht jedes Präparat wirkt gleich. Da entsteht Erklärungsbedarf.

Ach was. Es geht darum, die Präparate anzupreisen. Einige Mediziner verbieten sogar Besuche von Pharmavertretern.

In der Pharmabranche gelten heutzutage strenge Richtlinien für den Umgang mit Ärzten. In dem Kodex der Arzneimittelindustrie ist zum Beispiel geregelt, dass Unternehmen Ärzte nicht in Luxushotels und zu opulenten Abendessen einladen dürfen. Da ist in der Vergangenheit zweifellos einiges falsch gelaufen. Bei Bayer achten wir streng auf die Einhaltung des Kodex.

Auch Bayer greift zu unlauteren Mitteln. In den USA mussten Sie einen TV-Spot für die Verhütungspille Yasmin verändern, weil da falsche Versprechungen gemacht wurden. Und beim Verkauf von Blutzuckermessgeräten hat Bayer in den USA mit Prämien für Ärzte nachgeholfen.

Beides sind juristische Auseinandersetzungen, zu denen ich mich nicht äußern kann.

Viele Konkurrenten haben Probleme, genügend neue Pillen auf den Markt zu bringen, und bauen in Entwicklung und Vertrieb Standorte und Personal ab. Müssen wir uns um Bayer sorgen?

Überhaupt nicht, wir haben nichts Derartiges anzukündigen. Wir haben über 40 Kandidaten in der Medikamenten-Entwicklung  und sind der Meinung, dass sich unser Pharmageschäft auch in den nächsten Jahren gut entwickeln wird.

Konzerne wie Pfizer oder Sanofi investieren nun verstärkt in Nachahmermedikamente. Plant Bayer auch, in das Geschäft mit Generika einzusteigen?

Nein. Das ist nicht unser Ziel, weil wir so viele Möglichkeiten bei innovativen Medikamenten haben. Innovation, das ist der Kern von Bayer als Erfinderunternehmen.

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