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Bayer-Chef Werner Wenning "Einiges falsch gelaufen"

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Bayer-Aktie

Ihre Chemiesparte erzielt, verglichen mit dem Bereich Gesundheit, eine mäßige Rendite von elf Prozent. Steht sie bald zum Verkauf?

Die Chemie gehört zu unserem Kerngeschäft.

Wie passen Chemie und Pharma, Polyurethane und Pillen zusammen?

Es geht nicht um Synergien. Wir orientieren uns an langfristigen Trends, wollen helfen, Probleme zu lösen und damit auch Geld verdienen. Unser Gesundheitsgeschäft stellt Medikamente für eine alternde Bevölkerung bereit. Durch unser Pflanzenschutzgeschäft helfen wir, die Ernährungsprobleme zu lösen. Die Anbauflächen pro Kopf sinken, also muss die Produktivität steigen. Unsere Chemieprodukte tragen zum Klimaschutz bei. Bayer-Produkte stecken etwa in leichteren Autos, die Treibstoff sparen und so Emissionen reduzieren.

Am 1. Oktober übergeben Sie die Führung von Bayer an den Niederländer Marijn Dekkers. Müssen wir mit radikalen Veränderungen rechnen?

Wir haben eine klare Strategie, an der wir auch künftig festhalten und die schon in der Vergangenheit erfolgreich war.

Sie haben während Ihrer Amtszeit Bayer mächtig umgebaut, etliche Unternehmen verkauft und einen Großteil der Chemie ausgegliedert.

Dem gingen intensive Diskussionen und Verhandlungen voraus – teilweise auch sehr emotional. Da sind in den Versammlungen Leute aufgestanden, die seit Jahrzehnten bei Bayer sind, und haben mich gefragt: Weißt du, was du da tust? Heute dürfte unbestritten sein, dass wir die Krise ohne die Neuorganisation und die Neuausrichtung unseres Portfolios nicht so gut überstanden hätten. Das waren keine leichten Entscheidungen. Aber wir haben es geschafft, dass wir bei all den Maßnahmen keinem einzigen Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt haben.

Wollen Sie nach Ihrem Ausscheiden am 1. Oktober den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen, obwohl die neuen Regeln zur guten Unternehmensführung verlangen, dass Sie zwei Jahre warten?

Nein. Natürlich würde ich Bayer gerne im Aufsichtsrat weiter begleiten. Aber die derzeitige Gesetzeslage lässt dies nicht zu. Doch mit oder ohne Mandat – Bayer war, ist und bleibt mein Unternehmen.

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