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BayernLB-Tochter Hypo Alpe Adria: Chronik eines skandalträchtigen Todes

Seite 2/5

März 2006

Wirtschaftsprüfer stolpern über Ungereimtheiten bei Zinserträgen der Bank und fragen nach.

Sie erfahren vom hohen Verlust mit den Swap-Zinsgeschäften, dessen Verschleierung sämtlichen Bilanzierungsrichtlinien widerspricht.

Als Folge ziehen sie die Testate für die Bilanzen 2004 und 2005 zurück und erstatten Anzeige bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht. Kulterer hat bald Ermittlungen wegen Bilanzfälschung am Hals und ist so nicht mehr als Chef haltbar.

Er bleibt der Bank mit Jörg Haiders Hilfe aber erhalten – als Aufsichtrat, der weiterhin im Hintergrund die Fäden zieht.

Haider hat mit dem Skandal um die Hypo Alpe Adria aber ein gravierendes Problem am Hals: An einen Börsengang seiner Landesbank ist nicht mehr zu denken. Damit muss nun die Wandelanleihe, für die das Land Kärnten bürgt, auch von diesem zurückgezahlt werden. Doch Kulterer weiß einen Ausweg: Man müsse den Landesanteil eben verkaufen, rät er dem Landeshauptmann.

Dezember 2006

Mit dem Vermögensverwalter Tilo Berlin, der für eine Investorengruppe mit 125 Millionen Euro bei der Hypo Alpe Adria eingestiegen war, hat Kulterer plötzlich einen passenden Kandidaten an der Hand, der nach möglichen Investoren Ausschau hielt: Denn Berlin signalisiert, dass er Lust auf einen größeren Anteil hätte. Berlin kennt zudem Werner Schmidt, den Chef der mächtigen BayernLB, aus gemeinsamen Vorstandstagen.

Ob nun Berlin oder Kulterer dem BayernLB-Chef einen Einstieg schmackhaft gemacht haben, ist unklar.

Januar 2007

Tilo Berlin erhöht seinen Anteil an der Hypo Alpe Adria auf 25 Prozent plus eine Aktie. Insgesamt investiert Berlin so rund 600 Millionen Euro.

Am 31. Januar treffen sich Werner Schmidt, Hypo-Alpe-Adria-Aufsichtratschef Kulterer und der Vermögensverwalter Tilo Berlin in der schmucken Münchner Zentrale der BayernLB, wie die Süddeutsche Zeitung herausgefunden hat. Sie sondieren einen Einstieg der BayernLB bei der österreichischen Landesbank. Auch über einen Verkauf von Berlins HAA-Anteilen an die BayernLB wird angeblich gesprochen.

Februar 2007

Bei einem neuerlichen Treffen zwischen Schmidt, Kulterer und Berlin ist offenbar auch Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider mit dabei. Bei diesem Gespräch wird von allen Beteiligten eine Absichtserklärung für die Übernahme der Hypo Alpe Adria durch die BayernLB abgegeben, wie eine von Bayerns heutigem Finanzminister Georg Fahrenschon eingesetzte Sonderprüferin ermittelt.

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