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BayernLB-Tochter Hypo Alpe Adria: Chronik eines skandalträchtigen Todes

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März 2009

Tilo Berlin muss nach heftigem Druck und weiteren Millionenverlusten der Hypo Alpe Adria seinen Posten räumen. Zum Abschluss präsentiert er noch die Bilanz für 2008: Ein Verlust von 520 Millionen Euro steht in den Büchern.

14. Oktober 2009

Hausdurchsuchungen in Bayern und Kärnten werfen erneut ein grelles Licht auf die Vorgänge beim Verkauf der BayernLB. Grund für die Durchsuchungen ist der Vorwurf der Untreue: Um 400 Millionen Euro zuviel soll die BayernLB für die nunmehr als Hypo Group Alpe Adria (HGAA) firmierende Bank bezahlt haben.

November 2009

Bitteres Eingeständnis der HGAA: 2009 wird die Bank einen Verlust von deutlich mehr als einer Milliarde Euro verbuchen. Die BayernLB dringt darauf, dass sich das Land Kärnten und HGAA-Mitaktionär Grazer Wechselseitige an einer Kapitalspritze beteiligen, das Land Kärnten verlangt eine Beteiligung des österreichischen Staates. Derweil wird das Finanzloch der HGAA so groß, dass sie nach den Milliardenabschreibungen zu Jahresende unter die Mindestkapitalgrenze fallen wird. Die österreichische Bankenaufsicht setzt der HGAA deshalb ein Ultimatum bis Anfang Dezember.

Dezember 2009

Ein interner Prüfbericht bemängelt, dass die BayernLB die HGAA zu teuer und ohne sorgfältige Prüfung erworben hat. Bayerns Finanzminister Fahrenschon nennt den Kauf öffentlich einen „Fehler“. Die bayerische Opposition bringt Strafanzeige gegen Tilo Berlin und alle für den Kauf verantwortlichen Vorstände ein. Mitte Dezember laufen die Verhandlungen über eine mögliche österreichische Staatshilfe auf Hochtouren.  Nach einem dramatischen Verhandlungsmarathon Mitte Dezember wird eine Not-Verstaatlichung der Bank beschlossen. Für symbolische drei Euro kauft die Republik Österreich den Alteigentümern BayernLB, Grazer Wechselseitige und dem Land Kärnten ihre Anteile ab. Allerdings müssen alle drei noch Kapital einschießen.

Mit dem Hypo-Kauf hat die BayernLB bisher insgesamt 3,7 Milliarden Euro versenkt. Bayerns Opposition fordert knapp vor dem Jahreswechsel, dass die Profiteure des HGAA-Verkaufs ihren Gewinn von 150 Millionen Euro zurückzahlen sollen

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