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Best Office 2008 Orgatec: Vom Büro zum Baumhaus

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Hellmann: lieber im nüchternen Ambiente.... Quelle: Ralph Richter für WirtschaftsWoche

Bessere Kommunikation durch offene Raumkonzepte sind auf der ganzen Welt der Renner: Sieger in der Kategorie Inter- » national ist der australische Immobilienentwickler Stockland aus Sydney. Auch Stockland hat die Decken seiner Hauptverwaltung durchbrechen lassen – und zwar gleich acht Geschosse zwischen der 22. und 29. Etage des Wolkenkratzers im Zentrum der australischen Wirtschaftsmetropole.

Herausgekommen ist ein wahres Arbeitszuhause für die 600 Mitarbeiter. Herzstück des neuen „Stockhome“ – wie das Unternehmen seine neue Firmenzentrale konsequenterweise nennt – ist eine weit ausladende Treppe, die im Zentrum des Hochhausbüros in einer Art Innenhof die Etagen hinaufklettert, über Emporen, Plateaus und verschachtelte Innengeschosse hinweg. Projektarchitektin Abbie Galvin ließ sich dabei von einem Kinderbuch inspirieren. In Enid Blytons „Der Wunderweltenbaum“ spielt sich auf jedem Ast und jeder Baumgabel eine andere magische Szenerie ab. Bei Stockland können die Mitarbeiter von jedem Punkt aus sehen, was in anderen Teilen des Büros passiert.

Zum dritten Mal prämiert der „Best Office“-Wettbewerb Unternehmen, die in vorbildlicher Weise ein intelligentes Wechselspiel zwischen Kommunikation und konzentriertem Arbeiten ermöglichen, Workflow und Informationsfluss durch die Bürogestaltung unterstützen, ihre Mitarbeiter motivieren und damit Kreativität und Produktivität in ihrem Unternehmen fördern. „Zurzeit wird generell wieder mehr in hochwertige, attraktive Bürogestaltung investiert“, beobachtet Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse und Mitglied der Jury „Best Office“. „Auch und vor allem wegen des steigenden Fachkräftemangels.“

Auf der Suche nach den besten Büros der Welt stellte sich jedoch heraus, dass sich die Gruppe der Unternehmen, die zurzeit ihre Büros zu Wohlfühloasen umwandeln, in zwei Lager unterteilen lässt. „Vor allem viele Großunternehmen sagen offen, dass ihre Mitarbeiter heute nicht mehr davon ausgehen können, ihr ganzes Berufsleben bei ihnen zu verbringen“, sagt Arbeitswissenschaftler und Best Office-Jurymitglied Ralph Bruder von der TU Darmstadt. Dafür wollen die Unternehmen aber die bestmögliche Infrastruktur bieten.

In der anderen Gruppe – dazu gehören meist Familienunternehmen wie Hellmann – wird genau umgekehrt argumentiert. Dort geht es in erster Linie um eine stärkere Mitarbeiterbindung an das Unternehmen. „We are family“, ließ Klaus Hellmann darum in bunten Lettern auf die Fassade seines Speichers 3 schreiben. Dieser Grundsatz wird nicht nur propagiert – es wird auch danach gelebt: In der Speicherbar, dem Pendant zum häuslichen Partykeller, feiern Mitarbeiter ihre Betriebsjubiläen.

„Der Wechsel des Arbeitsplatzes ist nicht nur geduldet, er ist sogar erwünscht“, sagt Hellmann-Bauleiter Ralf Ohme – und meint es ganz anders als es zunächst klingt: „Wir wollen, dass die Mitarbeiter abteilungsübergreifend Projekte vorantreiben, und das geht besser, wenn man sich gegenseitig kennt und auch weiß, woran die anderen gerade arbeiten.“ Die Konsequenz: Ob Geschäftsführer oder Sachbearbeiter – einen festen Arbeitsplatz hat außer den Empfangsdamen und den Sekretärinnen der Geschäftsführung bei Hellmann niemand, dafür ein Headset und einen Laptop, der auch als Telefon funktioniert.

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