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Best Office 2008 Orgatec: Vom Büro zum Baumhaus

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... oder Arbeiten im ländlichen Strandkorb ... Quelle: Ralph Richter für WirtschaftsWoche

Trotz täglich freier Arbeitsplatzwahl müssen sich die Mitarbeiter nirgends an- oder abmelden. Sie selbst entscheiden buchstäblich nach Lust und Laune, wo sie gerade arbeiten wollen. „Wir bewegen uns alle viel im Büro und wissen deshalb häufig schon, wo der andere gerade zu finden ist“, so Marketingleiterin Willenborg. Ohnehin haben 70 Prozent der Mitarbeiter ausgesprochene Lieblingsplätze, 30 Prozent wechseln täglich das Ambiente. Was das Hellmann-Management etwas überraschte: Trotz anfänglicher Vorbehalte, die individuellen Einzelbüros zugunsten eines kollektiven Konzepts aufgeben zu müssen, gefällt es den meisten inzwischen viel besser, gemeinsam mit ihren Kollegen an Teamarbeitsplätzen zu arbeiten.

Auch Bauträger Stockland hat beim Entwurf seines Hauptsitzes das Wohlbe-finden seiner Mitarbeiter in den Vorder- » grund gestellt. Die größte Herausforderung bestand darin, aus der Fläche in dem unspektakulären Achtzigerjahre-Büroturm etwas Besonderes zu schaffen. Vermutlich wäre es einfacher gewesen, auf der grünen Wiese einen neuen Prestigebau zu errichten.

Doch Stockland entschied sich dagegen. Es wollte ein Zeichen setzen und beweisen, dass sich auch eine alte Immobilie in ein attraktives, umweltfreundliches Arbeitsumfeld verwandeln lässt. „Wir standen vor diesem schrecklichen Innenstadthochhaus, und es war klar: Da müssen wir richtig clever rangehen“, erinnern sich Architektin Galvin vom Architekturbüro Bligh Voller Nield (BVN) und Chris Alcock, Büroexperte von der Designberatung DEGW.

Ihr Auftrag: Zersplitterte und isoliert arbeitende Abteilungen sollten besser vernetzt, den rund 600 Mitarbeitern in der Zentrale ein größeres Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelt und ein Büro mit Wohlfühlklima geschaffen werden, „innovativ und nachhaltig, am Menschen orientiert, zugänglich und freundlich“, beschreiben Galvin und Alcock die Anforderungen. Das Ziel bestand darin, eine Art Arbeitszuhause zu bauen. Zugleich sollte dieser Ort Stocklands Anspruch unterstreichen, ein Pionier der Immobilienwelt zu sein.

Kostenbewusst, nicht kostengetrieben“, wollte Stockland dabei vorgehen, Und das Ergebnis ist mit allen fünf Sinnen „fühlbar“: Die obersten acht Etagen des Wolkenkratzers wurden entkernt und mit natürlichen Materialien ausgekleidet – viel recyceltes Holz, Fußböden aus alten Autoreifen, grobe Stoffe. Die Frischluftzufuhr wurde durch eine neue Klimatisierung um 200 Prozent gesteigert, die alten getönten Fenster durch doppelt so lichtdurchlässiges Glas ausgetauscht, um mehr Tageslicht einzufangen. Einzelbüros wurden zusammengelegt und Decken entfernt, stattdessen gibt es jetzt ein Atrium und damit eine physische Einheit zwischen den Abteilungen. Wie der Kletterpfad entlang den Ästen eines Baumhauses verbindet die breitwinklige Treppe alle Stockwerke.

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