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Bilanzzahlen Deutsche Bahn zeigt im Wettbewerb Schwächen

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Monopolbereiche sorgen für schwarze Zahlen

Unterm Strich kommen die positiven Ergebnisse vor allem aus den Monopolbereichen: So fuhren allein die Geschäfte aus dem Schienennetz, den Personenbahnhöfen und der Energie 40 Prozent zum Ebit ein, der Fernverkehr (Marktanteil 99 Prozent) steuerte acht Prozent hinzu und der Personennahverkehr (Marktanteil 88 Prozent) 52 Prozent. Die Nahverkehrstochter DB Regio dürfte gar von der Krise im vergangenen Jahr profitiert haben. Das Unternehmen gewann 77 Prozent der ausgeschriebenen Strecken, zum Teil auch deshalb, weil Wettbewerber sich wegen Refinanzierungsproblemen aus dem Bieterwettkampf zurück  gezogen haben.

Die unternehmerischen Herausforderungen für Bahnchef Grube sind also größer denn je. Hinzu kommt: Zukünftig wird der Manager auch auf den üblichen Monopolstrecken Gegenwind zu spüren bekommen. Im Fernverkehr startet das Unternehmen Locomore ab August dieses Jahres auf der Strecke Köln-Hamburg mit umgebauten Intercity-Zügen. Auch die französische Staatsbahn SNCF plant mit ihrer Deutschland-Tochter Keolis in den Fernverkehr einzusteigen.

Trotz der relativen Wettbewerbsschwäche der Deutschen Bahn in der Logistik: Auf der Bilanzpressekonferenz präsentierte Grube und sein Vorstandskollege Diethelm Sack, der die Finanzahlen das letzte vor seinem offiziellen Abschied als Finanzvorstand vorstellte, auch Positives: Der Konzern konnte die Verschuldung im vergangenen Jahr um rund eine Milliarde auf 15 Milliarden Euro senken. Dadurch verbesserte sich auch das Verhältnis von Netto-Schulden zu Eigenkapital auf einen Wert von 115. Nahezu jedem Euro Schulden steht ein Euro Eigenkapital gegenüber.

"Butter nicht vom Brot nehmen"

Grube kündigte zudem einen weiteren Abbau der Verschuldung an. Akquisitionen im Ausland seien aber möglich, wenn sie „unternehmerisch sinnvoll“ sind. Vor allem das britische Nahverkehrsunternehmen Arriva weckt derzeit Begehrlichkeiten bei der Deutschen Bahn. Grube befindet sich in Gesprächen. Ein möglicher Kauf von Arriva sei Teil einer Marktoffensive der Deutschen Bahn. Grube erwartet, dass in Europa nach der jetzt beginnenden Konsolidierung am Ende nur fünf große Bahnen übrig bleiben werden. Da wolle er die hervorragende Wettbewerbsposition der Bahn nicht „aufs Spiel setzen“, so Grube. „Wir werden uns die Butter nicht vom Brot nehmen.“

Das Bild von Brot und Butter bemüht Grube des Öfteren in den vergangenen Monaten. Zunächst müsse sich der Konzern auf das „Brot- und Buttergeschäft“ konzentrieren. So betonte Grube auch heute wieder, dass sein Schwerpunkt der Heimatmarkt bleibe. Im Fokus stehe „der Kunde, der Kunde und noch mal der Kunde“. Verbessert werden müssten vor allem die Reisendeninformationen, insbesondere in Störfällen. Er wolle die Qualität der Kunden-Service-Hotline erhöhen, Bahnhöfe sauberer machen, die DB Lounges bei Zugverspätungen länger offen halten und den Eintritt nicht nur den Erste-Klasse-Fahrgästen gewähren. Die ICE-Flotte werde einer „Rollkur unterworfen“, wobei 80 Prozent der Arbeiten bereits abgeschlossen seien.

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