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Billigflieger Air Berlin: Wachstum mit Nachholbedarf

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O’Learys Aussagen deuten die Probleme der Flugbranche bereits an: Enorme Sprünge sind in der Branche in den kommen Jahren nicht möglich. Denn trotz der Wachstumsprognose ist die Lage der Fluglinien weiterhin schlecht.

In diesem Jahr wird die Branche fast fünf Milliarden Euro Minus schreiben. Schuld daran ist ein grundlegender Strukturwandel der Branche. Denn in den vergangenen zwei Jahren ist das Geschäftsmodell der Fluglinien auf breiter Front ins Rutschen geraten. Die Fluglinien haben einen Großteil ihrer Geschäftskunden eingebüßt – und die dürften nach Expertenmeinung anders als nach dem Jahr 2001 auch nicht mehr zurückkehren. Zudem wird der Sprit für die Fluglinien immer teurer – und die Umweltauflagen strenger. Ab 2012 benötigen alle Airlines, die in Europa landen wollen, Zertifikate für das Klimagas Kohlendioxid. Das setzt vor allem kleinere Fluglinien unter Druck.

Air Berlin hat noch Nachholbedarf

Damit werden große Billigflieger wie Air Berlin fürs erste zu den Gewinnern dieser Entwicklung gehören – doch auf den Wachstums-Autopiloten können auch sie nicht hoffen. Gerade Deutschlands zweitgrößte Fluglinie muss im Vergleich zu seiner europäischen Konkurrenz noch einiges nachholen, zeigt eine von der WirtschaftsWoche in Auftrag gegebene Studie. Demnach arbeitet Air Berlin zu aufwändig und verdient zu wenig Geld. Spitzenreiter bei der Wertung nach Finanzen, Effizienz, Marktposition und Potenzial ist die britische Easyjet, gefolgt von Ryanair.

Die Experten bescheinigen Air Berlin aber in einem wichtigen Segment beste Chancen. Air Berlin verfügt über ein gutes Bordservice, bietet Rabattverträgen und ermöglicht seinen Kunden die Buchung von Flügen über Computerreservierungsprogramme. Damit ist Air Berlin eine hervorragende Anlaufstelle für Geschäftsreisende – und die gehören bei den Billigfliegern zum Wachstumssegment. Doch alleine mit Geschäftsreisenden wird Hunold auf Dauer nicht wachsen können - zumal sich der Abstand zu Easyjet im vergangenen Jahr noch vergrößert hat. Air Berlin muss also seine Kosten und Schulden noch weiter senken, ohne allzu starke Abstriche beim Service zu machen. Das wird kein leichter Spagat.

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