Bio-Supermärkte Machtkampf bei Bio-Kette Basic eskaliert

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Eigenes Filialgeschäft

Bio

Auch die Basic-Gründer, die nur noch Minderheitsanteile halten, interpretieren den Vorstoß als Versuch von ASI, die Kontrolle an sich zu reißen, und wollen vor Gericht ziehen. Bei der Hauptversammlung sichtete ein Teilnehmer sieben bis acht Rechtsanwälte. Es herrsche „juristisches Powerplay“, beschreibt er die Lage und kündigt Klagen und Anfechtungen an. Für ASI handelt es sich dabei um eine Verzögerungstaktik ohne Aussicht auf Erfolg. Sollte das Amtsgericht München die Abberufung Kreuzburgs ablehnen, rechnen Insider damit, dass Basic-Chef Paulke den Dienst quittiert. Dass sich das Duo wieder zusammenrauft, scheint so wahrscheinlich wie die Listung der Genkartoffel Amflora im Basic-Sortiment. Während Basic zum Spielfeld für Juristen wird, stürzt sich die Konkurrenz mit Verve ins Geschäft.

Die Branchengrößen Alnatura und Dennree wachsen seit Jahren zweistellig und decken das Land mit immer neuen Filialen ein. In der vergangenen Woche hat sich Dennree zwei neue Standorte in Köln und München für seine Einzelhandelsmarke denn’s gesichert, weitere 18 Märkte sollen dieses Jahr folgen. Das Geld für die Expansion verdient das Unternehmen vor allem im Großhandelsgeschäft. Auch bei Alnatura sind die Filialen nur ein Teil des Konzepts. Die ökologisch korrekten Schokowaffeln und Brotaufstriche der Marke stehen auch bei Handelsketten wie dm im Regal.

Basic setzt dagegen ausschließlich auf das eigene Filialgeschäft. Rund 100 Millionen Euro Umsatz dürften die Münchner 2010 erzielt haben. Für große Wachstumssprünge fehlt seit dem Hickhack um die Schwarz-Gruppe jedoch das Geld.

Ist Lidl noch bei Basic involviert?

Dabei ist nicht einmal sicher, ob sich die Schwarz-Gruppe vollständig zurückgezogen hat oder indirekt doch noch engagiert ist. Zwar übernahm ASI damals das Aktienpaket. Bis heute gehen Insider jedoch davon aus, dass der Aktiendeal einen Besserungsschein, also einen nachträglichen Zuschlag, für die Schwarz-Gruppe vorsieht, sollte sich das Unternehmen berappeln oder weiterverkauft werden. Zudem soll der Lidl-Eigner der Biotruppe damals mit einem millionenschweren Kredit ausgeholfen haben, um die Insolvenz abzuwenden. Ob der zurückgezahlt wurde, will bei Basic niemand kommentieren. Für Basic-Mitgründer Richard Müller ist klar: „Lidl sitzt eigentlich noch drin.“

Schon ranken sich Legenden um den designierten Aufsichtsrat Maier. Einige Basic-Granden sehen in Maier, der sich einst gemeinsam mit Lidl-Gründer Dieter Schwarz in der Heilbronner Bürgerstiftung engagierte, eine Art Statthalter der Schwarz-Gruppe. Für Maier ist das „absoluter Unsinn“. Er sei unabhängig und wolle bei Basic vor allem versuchen, „die Scherben wegzuräumen“.

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