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BMW-Chef Reithofer "Premium wird über Nachhaltigkeit definiert"

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Werden Sie 2009 die angestrebte schwarze Null erreichen?

Wir streben im Konzern für das Gesamtjahr weiterhin schwarze Zahlen an.

Wie erklären Sie sich, dass der BMW-Absatz im Oktober in den USA stark eingebrochen ist, stärker als bei der Konkurrenz?

Das liegt zum einen daran, dass wir bei der Verkaufsförderung anders als die Wettbewerber nicht auf dem Gaspedal standen. Dazu kommt, dass wir im Oktober 2008 die überarbeitete 3er-Reihe auf den Markt gebracht und somit eine hohe Vergleichsbasis haben.

Im Internet beschweren sich Kunden über billiges Hartplastik im Cockpit des neuen X1. Haben Sie beim Sparen überzogen?

Nein. Das Auto hat jüngst im Test einer namhaften Autozeitschrift fünf von fünf möglichen Sternen bekommen.

Es gibt also keinen Trend bei BMW zu billigeren Materialien und billigeren Autos?

Mit Sicherheit nicht. Wir wollen beim Sparen ganz woanders ansetzen. So wird künftig das Baukastensystem viel stärker über alle Modellreihen hinweg genutzt. Das geht von Fahrzeugbodengruppen bis zu Motoren, die ja einen Großteil der Kosten eines Fahrzeugs ausmachen. Dadurch werden wir sogar in der Lage sein, dem Kunden zusätzliche Ausstattung ohne Aufpreis ins Auto einzubauen.

Ein erheblicher Wertschöpfungsanteil Ihrer Autos kommt von Zulieferern. Was wird auf diese 2010 noch zukommen?

2010 wird für die Lieferanten sicher wieder ein sehr schwieriges Jahr. Aber wir haben zusammen mit unseren Wettbewerbern in diesem Jahr auch einige Maßnahmen getroffen, um die Produktion aufrechtzuerhalten. Trotz des steigenden Risikos konnten die Belastungen für die BMW Group dabei unter der erwarteten Höhe gehalten werden. Bisher liegt die Belastung in diesem Jahr dafür im zweistelligen Millionenbereich.

Wie viel planen Sie 2010 dafür ein?

Das ist derzeit noch schwer vorherzusagen, weil wir unter anderem noch nicht wissen, wie sich der Wegfall der Abwrackprämie auf unsere Lieferanten auswirkt.

Was haben die Anstrengungen zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs BMW bislang gekostet?

In EfficientDynamics haben wir bisher 1,2 Milliarden Euro gesteckt.

Die CO2-Grenzwerte, die 2020 gelten, erreichen Sie damit nicht. Mit welchen Investitionen rechnen Sie in den kommenden Jahren?

Wir kalkulieren jedes Jahr mit einem dreistelligen Millionenbetrag, um den erreichten Vorsprung zu halten und neue Anforderungen zu erfüllen.

In welche Technologien stecken Sie diese Beträge?

Wir müssen unter anderem die Hybridisierung, also die Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor, forcieren. BMW wird nicht nur den 7er, sondern auch den nächsten 5er und den nächsten 3er als Hybrid anbieten. Und wenn ich von Hybrid spreche, dann meine ich einen sogenannten Vollhybriden, mit dem man auch kürzere Strecken rein elektrisch fahren kann.

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