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BP Der teuerste Putzjob der Welt

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BP-Raffinerie in Lingen Quelle: Pressefoto

Die Öl- und Gasförderung ist der bei Weitem größte Sektor des weltweiten BP-Geschäfts. Dagegen fällt der Vertriebs- und Marketingsektor mit weltweit 22.400 Tankstellen und 16 Raffinerien sowie der Motorölmarke Castrol extrem ab. Er erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr nur einen Betriebsgewinn vor Steuern von 700.000 Dollar. Das ist verschwindend gering gegenüber dem Vorsteuergewinn von 24,8 Milliarden Dollar, den das Fördergeschäft auswies.

Grund: Die Raffinerien sind Sorgenkinder bei BP. Zwei von ihnen stehen in Deutschland, an den nordrhein-westfälischen Standorten Gelsenkirchen und Lingen. Seit zehn Jahren geht der Absatz von Benzin und Diesel zurück, das spüren vor allem die Raffinerien. Im Tankstellengeschäft kann die deutsche BP-Marke Aral den Schwund allerdings durch ein florierendes Shopgeschäft neben den Zapfsäulen ausgleichen. Genau das ist der Grund, warum Aral so attraktiv ist für mögliche Erwerber: Die Marke hat einen vorzüglichen Ruf mit Klassiker-Status.

Investmentbanker in London identifizierten vorige Woche die Aral-Kette als „verkaufbar“. Genannt als mögliche Interessenten werden der französische Ölkonzern Total, der am Endkundengeschäft interessierte russische Ölriese Rosneft und die mittelständische europäische Tankstellenkette Avia mit Sitz in Zürich und 2900 Avia-Stationen in ganz Europa, besonders im Raum Frankreich, Deutschland, Benelux.

Nicht nur Aral im Angebot

Die Venezolaner halten bereits zusammen mit BP die Hälfte der Anteile an der Ruhr-Oel-Raffinerie in Gelsenkirchen. Es läge also nahe, auch die andere Hälfte zu übernehmen. Rosneft könnte mit dem Kauf von westeuropäischen Raffinerien den Export von russischem Öl forcieren. Das rechtfertigt das Interesse an dem margenschwachen Geschäft.

In Deutschland ist Castrol die nach Aral zweitwichtigste BP-Marke – das Motoröl wird in den BP-Raffinerien hergestellt. Was das Schmierstoffgeschäft wert sein könnte, ist nicht auf den ersten Blick zu bemessen. Castrol ist im Verarbeitungsgeschäft von BP voll konsolidiert, also in der Bilanz nicht zu erkennen. Wie viel die Schmierstoffe weltweit umsetzen, hält der Konzern unter Verschluss.

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