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Briefverkehr Zweiter Angriff auf die Post

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Post-Briefzentrum. Wo heute Anlagen und Zusteller nötig sind, reicht künftig der PC Quelle: dpa

Vor allem „kleinere und mittelgroße Unternehmen werden durch die Briefportale im Internet angesprochen“, glaubt Alex Dieke, Marktforscher beim Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) in Bad Honnef bei Bonn. So wickeln übers Pin-Portal bereits Anwälte, Werbeagenturen und Kleinfirmen ihren Briefverkehr ab.

Noch haben Post-Konkurrenten davon nicht allzu viel, weil sie digitale Daten zentral an einer Stelle ausdrucken und die Briefe von dort per Lkw meist in die Umgebung verteilen. Wenn es weit weg geht, bleibt ihnen nur, die Dienste der Deutschen Post in Anspruch zu nehmen.

Das wollen die Teilnehmer des Berliner Treffens ändern. Sollten sie sich wie geplant, darauf einigen, dass jedes Portal mit einem anderen Portal Daten austauschen kann, ließen sich Kosten drastisch verringern. Daten würden künftig direkt in die Zustellregion geschickt, etwa von Berlin nach Freiburg oder von München nach Hamburg. Erst am Druckzentrum des regionalen Zustelldienstes erfolgt die Umwandlung ins Papierformat.

Vorbehalte gegen Hybrid-Post

Die Vernetzung der regionalen Zustellfirmen zu einem deutschlandweiten Hybrid-Post-System könnte der Deutschen Post zu schaffen machen. Knapp 63 Prozent der Geschäftskunden verschicken laut einer WIK-Studie ihre Rechnungen, Vertragskorrespondenz und adressierte Werbebriefe bundesweit. Wenn die kleinen Anbieter es schaffen, ihnen bundesweite Zustellung zuzusichern, dürfte ihnen das Neukunden bringen. Zudem beschleunigen sich dadurch die Laufzeiten der Briefe enorm. Die Zustellung der Post innerhalb von 24 Stunden — bislang der Qualitätsvorsprung der Bonner — könnten dann alle Beteiligten garantieren.  

Wollen die Alternativen in die Domäne des Marktführers eindringen, müssen sie aber noch Überzeugungsarbeit leisten. Beim Datenschutz hätten viele Unternehmen noch „ihre Vorbehalte“ gegenüber der Hybrid-Post, sagt der Hamburger Logistik-Berater Horst Manner-Romberg. Anbieter müssten daher „längere Anlaufzeiten für ihre Angebote einkalkulieren“.

Schlag gegen die Post geplant

Die Deutsche Post muss sich dennoch auf einen heißen Herbst gefasst machen. Denn die Hybrid-Post ist nicht der einzige Weg, auf dem die Konkurrenz angreift. Wie die WirtschaftsWoche erfuhr, planen die holländische TNT Post, die seit Juni auch an 13 Brieftöchtern der Holtzbrinck-Gruppe wie Pin Mail beteiligt ist, sowie die Zustellverbünde Citipost des Madsack-Verlages in Nord- und der Verbund regionaler Zusteller P2 in Süddeutschland einen weiteren Schlag: die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens, das den nationalen Zustellservice aller Beteiligten optimieren soll.

So würden Verrechnungssysteme, Ab- und Entgegennahme von Briefen sowie Tourenplanungen aufeinander abgestimmt.

Kommt es dazu, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich neben der einen Deutschen Post eine zweite etabliert.

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