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Brillenhersteller Rupert ist bei Rodenstock noch nicht am Ende

Die Gespräche sind zwar gescheitert, aber Rodenstock könnte trotzdem noch an Johann Rupert gehen.

Präsentation der gemeinsamen Brillenkollektion von Alfred Dunhill und Rodenstock Quelle: Foto: Rodenstock

Aus! Vorbei! So schien es auf den ersten Blick. Der südafrikanische Finanzmogul Johann Rupert, Chef der Schweizer Luxusgruppe Richemont, brach die Verhandlungen überraschend ab, er will den traditionsreichen Münchner Brillenhersteller Rodenstock nun doch nicht übernehmen. Die Schuld schiebt er den Banken zu, bei denen das einstige Familienunternehmen Rodenstock mit mehr als 300 Millionen Euro in der Kreide steht (die Pensionsverpflichtungen in Höhe von 200 Millionen Euro nicht eingerechnet).

Die Finanzhäuser hatten im letzten Moment noch einmal nachgelegt und wollten unter anderem nicht auf Mitsprache verzichten, wenn der neue Investor später aussteigen sollte. Rupert, bekannt für sein impulsives Temperament, verlor die Geduld und zog sich zurück. Damit sei die Lösung vom Tisch, nach der Ruperts Finanzvehikel Trilantic den Brillenmacher übernehmen sollte, heißt es in Branchenkreisen.

Oder doch nicht? Sicher ist, dass die von Rupert kontrollierte Luxusgruppe Richemont und Rodenstock ihre Zusammenarbeit ausbauen wollen. Für die Kooperation spricht vieles: Richemont spielt in der obersten Liga des Luxus, Rodenstock gilt mit seinen Sehhilfen, die oft tausend Euro oder mehr kosten, als der Mercedes unter den Brillenmarken. Das Richemont-Label Alfred Dunhill und Rodenstock haben erst in diesem Jahr eine gemeinsame Brillenkollektion lanciert. Die beiden rücken also zusammen – unabhängig von künftigen Eigentumsverhältnissen.

Mehr noch: In Genf schließen Analysten nicht aus, dass Rupert, sollte es jetzt zu einer Rodenstock-Pleite kommen, den Kern des dann entschuldeten Unternehmens doch übernimmt und aufpäppelt. Es wäre nicht das erste Mal, dass der mit allen Wassern gewaschene Südafrikaner ein sieches Traditionsunternehmen billig erwirbt und rettet.

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