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Brioni-Chef Pesci Der Schneider von Bond und Schröder

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Damenmode Quelle: PR

Noch.

Ja, und weil zur kulturellen Dominanz die wirtschaftliche, politische und die militärische Macht der USA kommt. Ob China oder Indien eines Tages eine ähn‧liche Rolle einnehmen wird, ist schwer zu beantworten. Aber es wäre die Voraussetzung dafür, dass die kulturelle Dominanz der USA gebrochen wird und am Ende die neuen Märkte mehr inhaltlichen Einfluss auf den Luxusmarkt haben, als das bislang der Fall ist. Ich weiß allerdings nicht, ob China oder Indien überhaupt daran interessiert sind, ihre Kultur zu exportieren. Sei es in Form von Ideen oder Produkten.

Sind Luxusmarken nicht auch ein Symbol für die Stärke eines Landes?

Absolut. Und es gibt einen sehr wichtigen Grund, warum die aus dem alten Europa abstammende Kultur der USA in den vergangenen Jahrzehnten so dominant war. Sie vertritt Werte, die Menschen in der ganzen Welt ansprechen, die etwas für jeden Menschen zu bieten haben: Freiheit. Glück. Wir müssen uns also fragen: Werden andere Nationen oder Regionen in der Lage sein, eine Kultur zu entwickeln, die ebenso universell in allen Teilen der Welt die Menschen anspricht.

Sind Sie sicher, dass die westlichen Ideale von Freiheit und Glück tatsächlich für alle so erstrebenswert sind?

Momentan sieht es jedenfalls so aus. Offenbar finden die Menschen in den neuen Märkten die westliche Lebensart attraktiv. Und es sieht nicht so aus, als ob sich das alsbald ändern würde. Auch wenn die USA an Macht verlieren sollten. Weltreiche mögen verschwinden. Ihr kulturelles Erbe bleibt. Das gilt gerade für den Luxus. Der Umstand, dass ein Produkt von Hand, nicht von einer Maschine gemacht wurde – das ist ein kultureller Wert, der nicht an ‧Anziehungskraft verliert. Dafür stehen ‧viele Luxusprodukte. Jeder Mensch, egal, aus welchem Kulturkreis er stammt, kann die Mühe erkennen, die in gutem Handwerk steckt.

Ist es vor diesem Hintergrund nicht riskant, dass Sie erwägen, Teile Ihrer Produktion auszugliedern und nicht  mehr allein in Italien zu fertigen?

Brioni stand und steht für made in Italy. Wenn das bedeutet: Sehr spezielle Materialien, sehr aufwendiges Design und akkurate Handwerkskunst – dann sind wir froh, für made in Italy zu stehen. Andernfalls wären wir nur noch ein Marketinglabel. Heutzutage sind wir sicher, dass wir bessere Produkte anbieten können, weil wir alles in Italien produzieren. Sollten wir allerdings eines Tages den Eindruck haben, dass das nicht mehr so ist, dann haben wir auch die Stärke zu sagen, dass es so ist – und ziehen die nötigen Konsequenzen.

Wichtiger als die Herkunft ist die Qualität?

Absolut. Solange wir in Italien bessere Qualität produzieren können als anderswo, werden wir das tun.

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