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Celesio "Wir wollen DocMorris zur führenden Marke entwickeln"

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Pillen, Großmärkte und Büromöbel

Verdienen Sie mit den DocMorris-Apotheken in Deutschland eigentlich Geld?

Oesterle: Noch nicht genug. Mit der steigenden Zahl von Partner-Apotheken wird das aber besser.

Celesio hatte das Ziel ausgegeben, 500 DocMorris-Apotheken in Deutschland zu betreiben. Gilt das noch?

Oesterle: Wir streben bis 2015 bis zu 500 DocMorris-Apotheken als Franchisepartner in Deutschland an.

Ihre Formulierung klingt schon etwas bescheidener. Wie viel trauen Sie der Marke DocMorris überhaupt noch zu?

Oesterle: Sehr viel. Wir entwickeln DocMorris in Europa zur führenden Apothekenmarke. Bis auf England, da sind wir mit unserer Apothekenkette Lloyds Pharmacy schon gut eingeführt. Wir werden deshalb alle unsere bestehenden 600 Apotheken in Irland, Belgien, Norwegen, Italien und in der Tschechischen Republik einheitlich gestalten und unter der Marke DocMorris führen. Darüber hinaus haben wir in Schweden im vergangenen Jahr 50 DocMorris-Apotheken neu eröffnet; in diesem Jahr kommen mindestens 40 weitere dazu. Mein Fernziel ist: Wenn Sie in Zukunft in Mallorca landen, sollen Sie am Flughafen gleich eine DocMorris-Apotheke sehen und sich zu Hause fühlen.

Vor zwei Jahren haben Sie den brasilianischen Medikamentenhändler Panpharma übernommen. Wie läuft es dort?

Osterle: Wir sind mehr als zufrieden. Der Markt wächst mit annähernd zehn Prozent pro Jahr. Das brasilianische Gesundheitssystem ist zudem vom Staat nahezu unbeeinflusst. Die private Zahlungsbereitschaft ist hoch, weil Gesundheit dort stärker eine Sache der eigenen Verantwortung ist. Wir erzielen in Brasilien mit die höchsten Margen im Großhandel.

Was haben Sie noch im Ausland vor?

Oesterle: Wir hätten theoretisch die Möglichkeit, für Akquisitionen deutlich mehr als eine Milliarde Euro auszugeben. Aber am Preis möchte ich das nicht festmachen. Unser wichtigstes Ziel ist es, das nicht regulierte Geschäft beschleunigt auszubauen. Wir streben bis 2015 ein ausbalanciertes Portfolio an, dann soll etwa die Hälfte unserer Erträge aus nicht preisregulierten Aktivitäten kommen. Eine Option wäre eine regionale Expansion wie in Brasilien. Das geografische Spektrum reicht theoretisch von Mexiko und Lateinamerika über die Ukraine und Russland bis China und andere asiatische Länder.

Welche Kriterien sind entscheidend?

Oesterle: Die zentrale Frage ist für uns, wie stark ein Markt preis- und margenreguliert ist, wie sich dies in Zukunft entwickeln wird und wie die Wettbewerbsverfassung des Marktes ist. Vor dem Hintergrund wäre Mexiko etwa attraktiver als China, wo der Pharmamarkt eher stärker reguliert ist. Gleiches gilt für Russland. Wichtig ist uns auch die politische und wirtschaftliche Stabilität eines Landes.

Spielt Europa keine Rolle?

Oesterle: Doch, durchaus. Nur leider ist das Wachstumstempo der europäischen Märkte relativ gering, und die staatlichen Eingriffe nehmen fast überall zu. Früher galt: Wenn es in Frankreich regnet, ist es unwahrscheinlich, dass es gleichzeitig auch in Norddeutschland und Großbritannien regnet. Heute herrscht über ganz Europa ein beständiger regulatorischer Nieselregen. Deshalb arbeiten wir daran, einen Regenschirm aufzuspannen, unter dem unser Geschäft besser gedeiht. Wir werden uns zum Beispiel stärker als Dienstleister für Pharmakonzerne etablieren, also Leistungen anbieten, die nicht preisreguliert sind...

...wie etwa bei Ihrem Unternehmen Pharmexx, das den Pharmaherstellern Außendienstmitarbeiter zur Verfügung stellt.

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