Commerzbank Blessings riskanter Schlachtplan

Selbst wenn die Commerzbank ihre Mammut-Kapitalerhöhung durchkriegt, bleibt der Staat mit einem Viertel der Aktien beteiligt.

Die deutsche Flagge vor der Quelle: dapd

Die Steuerzahler können hoffen: Deutschlands zweitgrößte Bank will die dicksten Brocken ihrer milliardenschweren Staatshilfen abschütteln. Geht Commerzbank-Chef Martin Blessings Schlachtplan auf, gehen bis Juni 14,3 Milliarden Euro zurück an den Sonderfonds für Finanzmarktstabilisierung (Soffin), der das Institut auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro rettete.

Das in der Rettungsaktion enthaltene staatliche Aktienpaket von 25 Prozent plus einer Aktie im Wert von damals 1,8 Milliarden Euro wird der Soffin allerdings behalten. Die Commerzbank bleibt also zu einem Viertel in staatlicher Hand.

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Blessings ehrgeiziges Projekt übertrifft alle Erwartungen. Ob es steht oder fällt, hängt an einer Reihe von Bedingungen. Zunächst müssen die Aktionäre der Commerzbank einer gewaltigen Kapitalerhöhung von elf Milliarden Euro zustimmen, die ihresgleichen in der deutschen Wirtschaft sucht. Den Rest der Einlagen-Rückführung wird die Bank aus eigenen Mitteln speisen. Vorstandschef Blessing will die Eigentümer daher schon für den 6. Mai zur Hauptversammlung laden – knapp zwei Wochen früher als geplant.

Dort muss die Commerzbank sich zunächst die Erlaubnis holen, neu ausgegebene Umtauschanleihen in frische Aktien zu tauschen. Investoren, die die Anleihepapiere seit heute zeichnen können, sollen diese nach der Hauptversammlung in Anteile wandeln. Das dafür erforderliche Kapital kommt aus der Stillen Einlage des Soffin, dem im Gegenzug die Erlöse aus der Emission der Umtauschanleihen zufließen.

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