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Containerabfertigung Häfen kämpfen um Kunden

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Doch auch der Rotterdamer Hafen bekommt durch neue Warenströme Zuwachs. Dafür sorgt die Krise der Häfen in Großbritannien, die es jahrelang versäumt haben, die Infrastruktur auszubauen. Viele Reedereien steuern deshalb Rotterdam an. Per Feederschiff (Zubringer) gelangt die Ladung auf das britische Festland. „Wir wollen im laufenden Jahr den Umschlag auf mehr als zehn Mill. Container erhöhen“, sagt ein Sprecher des Rotterdamer Hafens. Eine wichtige Schlüsselrolle im Wettbewerb der Häfen ist die Anbindung ans Hinterland. „Die Zukunft der Nordseehäfen und ihre Entwicklungsdynamik in den nächsten Jahren wird wesentlich davon abhängen, wie erfolgreich sie ihren Hinterlandverkehr managen“, sagt Maria Leenen, Chefin der Branchenberatungsfirma SCI Verkehr. Nach einer neuen Studie von SCI wird die Zahl der auf der Schiene beförderten Container bis 2009 um zehn Prozent auf knapp zehn Mill. TEU steigen. Vor allem Rotterdam will seine Defizite bei der Schienenanbindung beseitigen. Im Bau ist die 160 Kilometer lange Betuwe-Linie. Für 4,7 Mrd. Euro soll sie als reine Güterverkehrsstrecke ab 2007 die Rotterdamer Terminals in Emmerich an das deutsche Eisenbahnnetz anbinden und bisherige Engpässe beseitigen. Während von Hamburg aus fast jeder fünfte Container per Bahn reise, sei es in Rotterdam erst jeder zehnte, sagt Leenen. Im Hinterlandgeschäft gibt es zahlreiche Anbieter. Aus deutscher Sicht ist die Deutsche-Bahn-Tochter Transfracht dominierend, die gemeinsam mit der Hamburger Hafen und Logistik AG eigene Transportgesellschaften für den Osteuropa-Verkehr betreibt. In Bremerhaven sitzt Konkurrenz: Dort ist Boxxpress im Geschäft. Der Containerzug-Betreiber ist eine Tochter der privaten deutschen Bahngesellschaft TX Logistik, an der mehrheitlich die italienische Staatsbahn Trenitalia beteiligt ist, sowie des Hafenbetreibers Eurogate und der niederländischen Bahn European Rail Shuttle. Boom der Blechkisten Wettlauf am Kai: Rotterdam führt mit einem Containerumschlag von 9,3 Mill. Standardcontainern (TEU) vor Hamburg mit 8,1 Mill. Einheiten. Probleme im Hinterland: Neue vielspurige Autobahnen wären erforderlich, würde der Containerverkehr im Hinterland komplett per LKW abgewickelt.

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