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Daimler-Chef Zetsche "Die Motivation hat gelitten"

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Warum nicht?

Wenn man die Dinge in der Tiefe diskutiert, entdeckt man oft Hindernisse, die eine Zusammenarbeit letztlich wirtschaftlich nicht sinnvoll erscheinen lassen.

Der Absatz der Mercedes-Modelle stagniert seit Langem bei rund einer Million Fahrzeuge pro Jahr. Wie wollen Sie da die Milliardeninvestitionen für neue Antriebstechniken stemmen?

Zunächst gehen wir nicht von stagnierenden Absätzen aus. Mercedes hatte vor der Wirtschaftskrise einen Absatz von knapp 1,2 Millionen. Dass wir jetzt wieder bei rund einer Million liegen, liegt im Wesentlichen an der Wirtschaftskrise, die uns besonders getroffen hat.

Schaffen Sie das ursprüngliche Ziel, bis 2015 auf 1,5 Millionen Fahrzeuge zu wachsen?

Davon gehe ich aus. Letztlich geht es aber um Umsatz und Gewinn. Unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung sind vergleichbar mit den Investitionen der anderen großen Autobauer. Ich mache mir keine Sorgen, dass das nicht ausreichen könnte, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Analysten, aber auch ihre Mitarbeiter fragen sich besorgt, wie Sie bei den Verlusten der zurückliegenden Quartale schadlos durch den Winter kommen. Bei Sitzungen gibt es nicht einmal mehr Kekse…

...(lacht) das stimmt so zwar nicht. Aber im Ernst: Wir sparen an allem, was nicht unseren Fahrzeugen zugute kommt. Investitionen etwa, die nicht direkt dem Produkt dienen, haben wir teilweise komplett gestrichen. Wir haben uns für dieses Jahr ein Sparvolumen von vier Milliarden Euro vorgenommen und werden dies deutlich überschreiten.

Was heißt deutlich?

Die Überschreitung liegt im zweistelligen Prozentbereich. Wir sehen, dass ein Unternehmen wie Daimler trotz des Sparprogramms immens viel Potenzial hat, effizienter zu werden. Das heißt, wir werden das bestehende Sparprogramm forcieren. Danach müssen wir die einmaligen Spareffekte durch Maßnahmen ersetzen, die dauerhafte Effizienzgewinne bringen. Dabei geht es dann um strukturelle Veränderungen. Es gibt praktisch keinen Prozess, den wir nicht noch deutlich effizienter machen könnten.

Daimler macht immer noch vieles selbst. Mit einer geringeren Fertigungstiefe könnten Sie viel Geld sparen.

Wir schauen uns das im Einzelfall immer an. Aber es gibt kein grundsätzliches Ziel, die Fertigungstiefe zu verringern. Bei den Batterien für Elektrofahrzeuge gilt sogar das Gegenteil, die werden wir, im Unterschied zu vielen Wettbewerbern, selbst produzieren, weil wir die Batterien für eine Schlüsseltechnik halten.

Wird die neue C-Klasse aus Kostengründen womöglich nicht mehr in Sindelfingen gebaut, sondern in Bremen und USA?

Wir müssen grundsätzlich bei jeder Neuauflage eines Modells fragen, wo wir es am kostengünstigsten produzieren. Aktuell diskutieren wir dies für die C-Klasse. Wir prüfen das derzeit, es gibt aber noch keine Ergebnisse.

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