Design Möbelklassiker als lukrative Investition

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Die Auflage ist entscheidend

"Versteigerungen folgen eigenen Gesetzen", sagt Arthur Floss, Designexperte vom Münchner Auktionshaus Quittenbaum, "ihr Verlauf ist unberechenbar."

Doch es gibt auch handfeste Hinweise, die darüber entscheiden, ob Möbel aus der gleichen Epoche, ja gar vom gleichen Designer, für Millionen oder gar nicht verkauft werden: Neben Zustand, Bekanntheit des Designers, Hersteller und Herkunftshistorie des Objekts entscheidet vor allem eins über den Preis: die Auflage.

So verteuerte sich das 1949 von Charles und Ray Eames entwickelte Regalsystem ESU zwischen 1997 und 2001 von 6000 auf 70.000 Dollar. Inzwischen liegt der Preis wieder bei 10.000 Dollar – zu viele Exemplare sind inzwischen bei Ebay aufgetaucht.

Weg vom Massenmarkt

Deshalb wenden sich immer mehr zeitgenössische Designer vom Massenmarkt ab und schaffen – wie Künstler – Objekte in streng limitierter Auflage von maximal 20 Exemplaren. "Die Grenzen zwischen Kunst und Design lösen sich auf", bestätigt die auf diese sogenannte Design Art -spezialisierte Galeristin Gabrielle Ammann aus Köln.

Das schlägt sich auf die Preise nieder: Ein Exemplar der Sitzskulptur "Blo Void 4" des Briten Ron Arad wurde im November 2010 für knapp 80.000 Pfund versteigert. Und die futuristische Aluminium-Liege "Lockheed Lounge" des Australiers Marc Newson, entworfen 1985, die beim ersten Auktionsversuch 1999 für 35.000 Pfund keiner haben wollte, wurde im Mai 2010 für mehr als zwei Millionen Dollar gehandelt.

"Wer ein Möbelstück aber nur als finanzielles Investment betrachtet, kann fürchterlich reinfallen", sagt Joy McCall vom Auktionshaus Christie’s. "Wer einen Stuhl kauft, weil er sich in Form und Material verliebt hat, macht aber nie einen Fehler."

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