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Detroit Motor Show Die Krise kratzt gehörig am Lack

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Durch Kooperationen mit anderen Autoherstellern will Chrysler seinen Rückstand aufholen. Wie kurz vor der Automesse bekannt wurde, wird Nissan einen Kleinwagen für Chrysler herstellen, der ab 2009 in Südamerika verkauft wird. Das könnte der Anfang einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Nissan-Renault-Konzern sein. Dessen Chef Carlos Ghosn strebt eine enge Allianz mit einem nordamerikanischen Hersteller an. Verhandlungen mit General Motors waren vor einem Jahr gescheitert. 

Ford hatte 2006 einen Rekordverlust von 13 Milliarden Dollar verbucht, 2007 brach der Absatz noch einmal um 12 Prozent ein – das war trauriger Rekord unter den amerikanischen Herstellern. Toyota konnte dagegen zulegen, konnte General Motors als größten Autohersteller der Welt ablösen und Ford von Platz zwei auf dem amerikanischen Markt verdrängen – ein Schock für patriotische Gemüter in den USA.

Rosskur soll Ford ab 2009 schwarze Zahlen bescheren

Ford-Chef Mulally ist dennoch guter Dinge, dass der Konzern 2009 wieder schwarze Zahlen erreicht. Dafür muss das Unternehmen aber kräftig bluten: Bis 2012 werden 16 Werke geschlossen und 45.000 Stellen gestrichen. Ford soll sich nach dem Willen des ehemaligen Boeing-Vorstands voll auf seine Kernmarke konzentrieren. Um die Marke Ford wieder attraktiver zu machen, hat Mulally Jim Farley von Toyota abgeworben. Farley gilt als einer der besten Marketing-Köpfe des Landes. 

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    Von den Marken Jaguar und Land Rover will sich Ford dagegen trennen. Seit Monaten verhandelt der Konzern mit verschiedenen Interessenten. Zum Jahreswechsel zeichnete sich ab, dass die beiden Marken in indische Hände wechseln könnten, zum Autobauer Tata, der jüngst mit dem Nano, dem billigsten Auto der Welt für Furore sorgte.

    Den ehemaligen Kaufpreis von über fünf Milliarden Dollar wird Ford bei dem Deal kaum erlösen, angeblich sollen rund zwei Milliarden Dollar fließen. Mulally wird aber froh sein, wenn er angesichts der weiter ausufernden Finanzkrise überhaupt einen Käufer findet.

    GM vertraut für Sanierung auf Entwicklungsabteilung

    General Motors-Chef Rick Wagoner vertraut bei seinem Rettungsplan für das Unternehmen ganz auf die eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung: Er geht davon aus, dass Verbrauchseffizienz das dominierende Thema der Zukunft sein wird, räumt offen ein, dass Toyota sich mit seinen Hybridmodellen einen Vorsprung erarbeitet hat – und will mit eigenen Entwicklungen nun die Technologieführerschaft zurückerobern.

    „Wir sind in diesem Rennen“, sagte Wagoner kurz vor der Eröffnung der Auto Show. Bei den Hybrid-Autos sei GM schon wieder auf Augenhöhe mit Toyota, nun würden neue  Antriebe für Bio-Kraftstoffe sowie Elektroautos folgen.

    In der Tat hat GM bei den Hybridmodellen Gas gegeben und hat schon seit Monaten mehrere Hybrid-Modelle in den Autohäusern stehen. In den kommenden Jahren wird in jedem Quartal ein weiteres Hybrid-Modell dazukommen. GM-Entwicklungschef Bob Lutz versprach vor einigen Tagen, General Motors werde schon bald die weltweit führende Marke bei umweltfreundlichen Antrieben sein.

    Härtester Angreifer ist Toyota

    In der Wahrnehmung amerikanischer Verbraucher ist diese Position aber noch eindeutig von Toyota besetzt. Mit dem Erfolg seines Hybrid-Modells Prius – der Absatz stieg in den USA 2007 um fast 70 Prozent – täuschen die Japaner sehr geschickt darüber hinweg, dass ihre Fahrzeugflotte in den USA nicht sonderlich grün ist. Auch Toyota lebt in den USA vor allem vom Verkauf der „Light Trucks“, also der Gelände- und Pritschenwagen.

    Jüngste Erfolgsmeldung aus Texas, dem Eldorado der monströsen Pritschenwagen: Toyota hat jetzt auch im größten Pickup-Markt der USA die Führung übernommen. Mit seinem neu überarbeiteten Modell Tundra verwies Toyota die Konkurrenten Ford, Chrysler und GM auf die Plätze. Toyota wuchs mit seinem Modell um 80 Prozent, die Konkurrenten verloren fünf Prozent. Toyota zwang die Konkurrenten zu schmerzhaften Preisnachlässen von durchschnittlich 6000 Dollar pro Wagen. Wieder mal eine demütigende Nachricht für Detroit – vielleicht sogar ein weiterer Sargnagel für einen der „Big Three“.

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