WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Deutsch-französische Firmenallianzen Schwierige Partnerschaften

Siemens-Alstom, PSA und Opel: Deutsche und französische Industrieunternehmen kooperieren immer häufiger. Doch eine Studie zeigt: Bei der Wettbewerbsfähigkeit gibt es noch große Unterschiede – das sorgt für Spannungen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Siemens mit Alstom, PSA und Opel: Schwierige Partnerschaften Quelle: dpa

Wenn aus Wettbewerbern plötzlich Partner werden sollen, geht das selten ohne Nebengeräusche – besonders wenn die einstigen Konkurrenten aus benachbarten Ländern kommen. So war es auch bei der Übernahme von Opel durch den französischen Autobauer PSA, dem Konzern hinter den Marken Peugeot und Citroën: PSA-Chef Carlos Tavares hat in einem Interview mit der „Welt“ die Strukturen in Rüsselsheim als „überdimensioniert“ und „nicht effizient genug“ bezeichnet. Ex-Opel-Chef Karl-Thomas Neumann wies die Kritik mit ungewöhnlich deutlichen Worten zurück: „Erst mal besser machen und Erfolge zeigen“, twitterte er – und nannte Tavares‘ Äußerungen „arrogant“.

Auch beim deutsch-französischen Flugzeugbauer Airbus brachen nach Korruptionsvorwürfen alte Fehden zwischen Managern beider Länder wieder auf: Der deutsche Chef Tom Enders nannte die französisch geprägte Vertriebsabteilung „Bullshit Castle“.

Sein Vize, der Franzose Fabrice Brégier, hatte wiederum einige Mühe, Gerüchte zu zerstreuen, dass er es auf Enders‘ Job abgesehen habe. Die Reibereien in der jüngsten Vergangenheit zeigen: Trotz zahlreicher länderübergreifenden Kooperationen – von Siemens und Alstom über PSA und Opel bis hin zu einem möglichen Einstieg der Bank BNP Paribas bei der Commerzbank – ist die Rivalität zwischen Unternehmen beider Länder nur schwer zu überbrücken.

Häufig gibt es in Frankreich größere Vorbehalte gegen eine Zusammenarbeit mit deutschen Konzernen. Denn die Franzosen spüren die Konkurrenz aus Deutschland stärker als umgekehrt. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage unter deutschen und französischen Industrieunternehmen, die das Marktforschungsinstitut „Opinion Way“ im Auftrag des Personaldienstleisters Randstad geführt hat.

Demnach sagen 37 Prozent der befragten französischen Unternehmen, dass unter den wichtigsten Konkurrenten deutsche Unternehmen sind. Andersherum zählen nur 16 Prozent der deutschen Unternehmen französische Firmen zu ihren größten Rivalen.

Befragt wurden jeweils 200 Entscheider aus deutschen und französischen Firmen. „Deutsche Industrieunternehmen stehen im internationalen Wettbewerb sehr gut da. Deutschland punktet vor allen Dingen mit gut ausgebildeten Fachkräften“, sagt Richard Jager, Deutschland-Chef von Randstad. „Die Unternehmen haben erkannt, dass qualifizierte Mitarbeiter der Garant für Erfolg und damit ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sind.“

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%