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Deutsche Bank Ackermanns unerledigte Baustellen

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Vorsteuergewinn der Deutschen Bank Quelle: Deutsche Bank

Ackermann ist , gemessen an seinen ursprünglich ausgegebenen Zielen, eigentlich grandios gescheitert. Er wolle die Deutsche Bank wieder zu einem der größten zehn Institute der Welt machen und ihren Börsenwert verdoppeln, hatte er 2002 erklärt. Von beidem ist das Institut weit entfernt. Der Börsenwert sank um etwa ein Drittel, allerdings hat sich die Deutsche Bank nicht wesentlich schlechter entwickelt als die meisten europäischen Wettbewerber. Aber auch in der Rangliste der weltgrößten Banken liegt sie, gemessen am Börsenwert, nicht unter den ersten 30.

Kursrutsch um ein Drittel

Die von ihm trotz öffentlicher Anfeindungen immer wieder als Zielmarke ausgegebene Eigenkapitalrendite von 25 Prozent hat Ackermann selbst nach der etwas großzügigeren Definition der Deutschen Bank nur zweimal erreicht. Auch das gelang nur, weil er in großem Stil eigene Aktien zurückkaufte und die Bank in den Jahren vor der Krise erfolgreich bei riskanten, aber einträglichen Geschäften wie der Verbriefung von US-Hypotheken minderer Qualität mitmischte. Nun hinterlässt er seinen Nachfolgern eine Reihe von unerledigten wichtigen Aufgaben:

Investmentbanking. Das Geschäft mit Aktien, Anleihen, Übernahmen und Währungen hat Ackermann schon in den ersten Jahren seiner Amtszeit ausgebaut. Den Kurs hatte bereits Alfred Herrhausen Ende der Achtzigerjahre eingeschlagen; heute zählt die Deutsche Bank weltweit in fast allen wichtigen Disziplinen, vor allem im Handel mit Anleihen, zu den führenden Adressen. 2010 stammten 75 Prozent des Gesamtgewinns aus dieser Sparte. Zuletzt schnitt die Deutsche Bank besser ab als die meisten Konkurrenten. Nach Erträgen lag sie im ersten Quartal 2011 hinter Goldman Sachs und JP Morgan auf Platz drei.

Dennoch ist nicht alles eitel Sonnenschein. Denn die noch nicht endgültig beschlossenen, aber auf jeden Fall verschärften Regulierungsvorschriften erzwingen grundlegende Änderungen im Geschäftsmodell. Einige Aktivitäten wie den Handel auf eigene Rechnung hat die Deutsche Bank zwar bereits eingestellt. Doch werden Ackermanns Nachfolger intensiv an der Neuausrichtung arbeiten müssen.

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