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Deutsche Bank Ackermanns unerledigte Baustellen

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Dennoch gibt es viele Anhänger der Doppelspitze. „Die Wachstumsfelder der Deutschen Bank liegen außerhalb Deutschlands und im Investmentbanking. Deshalb ist es nur konsequent, wenn mit Anshu Jain der für diese Geschäftszweige Verantwortliche an die Spitze rückt“, sagt der Frankfurter Personalberater Andreas Halin. „Wenn ihm für eine Übergangszeit ein deutscher Partner an die Seite gestellt wird, der die Bank in der derzeit labilen makroökonomischen Lage überzeugend in der Öffentlichkeit und bei Gesprächen mit der deutschen Regierung vertreten kann, ist das eine sehr gute Lösung.“

„Unter den gegebenen Umständen ist das die beste Option“, sagt der Chef einer Auslandsbank. „Daran gibt es nichts zu meckern“, meint auch ein ehemaliger Vorstand der Deutschen Bank, der Jain und Fitschen gut kennt. Er ist sich sicher, dass die beiden gut harmonieren werden.

Ein Londoner Investor kann der Idee deutlich weniger abgewinnen: Das sei keine ideale Lösung, denn einschließlich des Aufsichtsratschefs gebe es künftig ein Dreigestirn in der Führungsebene. Oft klappe das Zusammenspiel nicht.

Erfahrung als Doppelspitze

„Ich halte es für fast noch schwieriger, eine gute Doppelspitze zu finden als einen guten Kandidaten“, sagt Hans-Christoph Hirt, Sprecher der Aktionärsvereinigung Hermes, der die schleppende Entscheidungsfindung mehrfach kritisiert hat.

Auch ein ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Bank in London zweifelt am Erfolg des Modells: „Bei der Deutschen Bank gibt es einen Haufen Lager und Fraktionen. Das hat Anshu immer so gewollt – er verfährt gern nach dem Prinzip teile und herrsche.“ Verstärkte Grabenkämpfe zwischen London und Frankfurt hält er deshalb für wahrscheinlich.

Dabei hat gerade Jain viele Jahre Erfahrungen mit einer Doppelspitze hinter sich. Nach dem Tod seines Mentors Edson Mitchell übernahm er 2001 gemeinsam mit dem Amerikaner Michael Cohrs die Führung der Investmentbank – bis zu Cohrs’ Abschied 2010. Insider berichten, eine enge professionelle und persönliche Freundschaft habe die beiden Männer verbunden. Ein Mitarbeiter der Bank erzählt: „Als ich bei der Deutschen Bank antrat, erklärte mir Anshu, ich solle für ihn vier wichtige Aufgaben erfüllen. Danach sagte er, für Michael Cohrs müssen Sie sich genauso einsetzen.“

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