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Deutsche Post Der UPS-Deal: Welche Strategie die Post in den USA verfolgt

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Jetzt löst sich Appel rabiat von den teuren Träumen seines Vorgängers und beweißt mit der Respektlosigkeit gleich auch noch Führungsstärke: Im Interview mit der WirtschaftsWoche zeigt er sich unbeeindruckt vom politischen Druck aus den USA und den Protestanrufen amerikanischer Senatoren bei der Bundeskanzlerin. Er will die Schließung zwar für die betroffenen Arbeitgeber sozial abfedern, aber knallhart durchziehen. Und es soll nur ein erster Schritt sein, der signalisiert: Mit gleicher Konsequenz kommt als Nächstes der Verkauf der Postbank dran.

Appels Schnitt in den USA geht tiefer als alles andere, was Vorgänger Zumwinkel seit dem Börsengang im Jahr 2000 an Reformen exekutierte. Dass DHL je Profit in den USA macht, hat Appel von der Konzernagenda gestrichen. Stattdessen vertraut er auf die Rechnung, dass die Gewinne mit Sendungen von und in die USA die Miesen innerhalb der USA übertreffen.

Das Image der Deutschen Post in den USA leidet. Piloten und Angestellte demonstrieren mit Plakaten in DHL-Farben gegen den Kahlschlag, im Internet-Portal YouTube laufen Schmähvideos. Zugleich aber riskiert Appel, dass seine Kooperation mit UPS langfristig nicht aufgeht.

Das befürchten Logistikexperten wie David Ross vom Brokerhaus Stifel Nicolaus. Er erwartet für Appel „einen größeren Verlust von Marktanteilen, als DHL bisher antizipiert“ habe. Seit die Kooperation mit UPS angekündigt wurde, sei bereits eine Bewegung von Fracht weg von DHL zu beobachten. Dieser Effekt könne sich schnell verstärken. Zwar wolle DHL die Umstellung von den bisherigen Fluggesellschaften ABX und Astar auf UPS nur nach und nach durchziehen und für eine Zeit parallel auch das eigene Luftfrachtnetzwerk nutzen. Das sei durchaus ein „sichererer Ansatz“.

Doch das Vertrauen der Kunden in die Fähigkeiten von DHL, den Parallelbetrieb zu schaffen, ist gestört. Die Fehlleistungen und das Chaos bei der Zusammenlegung von zwei DHL-Standorten in Wilmington im Jahr 2005 wirken nach. „Wir glauben deshalb, dass es Störungen beim Service und weitere Kundenverluste geben wird“, sagt Berater Ross. Viele Kunden würden die Defizite nur akzeptieren, weil DHL oft günstigere Preise anbiete.

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