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Deutsche Post Der UPS-Deal: Welche Strategie die Post in den USA verfolgt

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Für Gerry Hempstead, laut dem Fachblatt „Supply Chain Digest“ einer der führenden Paketmarkt-Berater der USA, hat DHL mit dem jetzt angekündigten Restrukturierungsplan für das USA-Geschäft gar „eine Todesspirale“ in Gang gesetzt: „Die drastischen Kostensenkungsmaßnahmen werden umfassende Auswirkungen auf den Service haben, Kunden werden unzufrieden und gehen. Je mehr Geschäft DHL verliert, desto größer wird der Zwang für DHL, weitere Einschnitte zu machen, und so weiter.“ Hempstead glaubt, dass DHL die Zahl der selbst abgewickelten inneramerikanischen Sendungen in den kommenden 18 Monaten rapide reduzieren will. Nur so sei das verkündete langfristige Ziel, „nur“ 300 Millionen Dollar Verlust in den USA zu machen, realisierbar. „Ich vermute, sie sind zu der Erkenntnis gekommen, dass sie kein Geld verdienen können, indem sie um Sendungen innerhalb der USA konkurrieren“, sagt Hempstead. „Sie haben die kritische Masse verloren.“

Hinzu kommt die Verunsicherung der DHL-Belegschaft, wie es weitergeht. „Ich habe mehrere Verträge wegen aller möglichen Ängste bei den Kunden verloren“, sagt ein DHL-Vertriebsmann.

Freuen darf sich darüber die Konkurrenz – allen voran Paketriese UPS, der sich mit dem Milliardenauftrag von DHL im inneramerikanischen Geschäft einen Vorteil über Hauptkonkurrent Fedex verschaffen könnte. Denn sowohl UPS als auch Fedex können derzeit ihr Flugnetz nicht richtig auslasten. Bei der schwächelnden US-Konjunktur wird sich diese Situation noch verschlimmern. Mit dem DHL-Auftrag kann UPS die Auslastung deutlich verbessern, ohne großartig investieren zu müssen.

Die Frage ist, was passiert, wenn die Konjunktur anzieht und UPS Kapazitäten für eigene Sendungen braucht. Appel ist sicher, dass DHL dann nicht den Kürzeren zieht. Berater Hempstead dagegen befürchtet, dass DHL-Lieferwagen dann an den UPS-Sortierstationen ans Ende der Schlange rücken und Sendungen später ausliefern könnten: „Dann geht Braun vor Gelb.“

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