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Deutsche Telekom Telekom-Chef Obermann: Börsenkurs ist nicht alles

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Mail von Telekom-Mitarbeiter Robert K. am 17. September 2009:

„Sehr geehrter Herr Obermann, Sie sind doch einmal mit dem Anspruch angetreten, die T-Aktie nach oben zu bringen. Wie ich jetzt aus der FAZ lese, hat die T-Aktie heuer ein Minus von 11,7 Prozent eingefahren, obwohl es an der Börse eine Haussee gab. Seit Sie Vorstand bei der Telekom sind, ist die Aktie sogar vielmehr ins Minus gefahren. Sie wollten sich doch einmal an der T-Aktie messen lassen. Da kann man nur sagen, dass das mit Ihnen völlig in die Hose ging. Sie sollten jetzt eigentlich zugeben, dass Sie es nicht geschafft haben und auf Wiedersehen sagen, vielleicht ist ja noch etwas zu retten. Viele Grüße Robert K.“

Antwort von René Obermann am 20. Oktober 2009:

„Sehr geehrter Herr K., ehrlich gesagt finde ich den Stil Ihres Beitrages inakzeptabel. „Integrität und Wertschätzung leben“ heißt eine unserer Leitlinien. Daran halten wir uns. Respekt ist aber keine Einbahnstraße. In diesem Forum können Sie Fragen stellen, gerne auch kritische, wir sollten dabei aber ordentlich miteinander umgehen. Zu den Fakten: Unsere Aktie ist in 2009 bisher nicht gut gelaufen. In 2008 hat sie sich in Einklang mit der Branche und deutlich besser als der Gesamtmarkt (gemessen am Dax und Eurostoxx 50) entwickelt. Wir haben eine enorme Veränderung in unseren Märkten zu bewältigen, das ehemalige Monopolgeschäft geht seit Jahren in Milliardengrößenordnung zurück. Obwohl wir konsequent Wachstumsfelder wie zum Breitband besetzen und massiv investieren, lassen sich diese Einbußen nicht einfach kompensieren. Dabei gilt gleichzeitig, dass der Aktienkurs (und eine attraktive Dividende) wichtig ist, aber nicht das alleinige Ziel sein kann. Wir wollen die Deutsche Telekom nachhaltig führen und neben den Aktionären auch anderen Interessen gerecht werden – der Gesellschaft, vor allem auch den Mitarbeitern. So achten wir etwa sehr auf Umweltschutz und bilden weit über den Bedarf aus. Und ganz wichtig ist mir, dass der notwendige Personalumbau und -abbau so sozialverträglich wie möglich gestaltet wird. Wie Sie wissen, haben wir etwa in vielen Bereichen des Unternehmens langjährigen Kündigungsschutz vereinbart. Wenn es mir nur um eine Steigerung des Aktienkurses ging: der Kapitalmarkt würde eine weniger sozialverträgliche, aber kostengünstigere Reduzierung der Mitarbeiterzahl sicher mit einem höheren Aktienkurs „belohnen“ – aber das kann nicht unser Weg sein. Bevor Sie also ein vorschnelles Urteil fällen, sollten Sie auch alle Argumente berücksichtigen. Mit besten Grüßen Ihr René Obermann"

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