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Deutschland-Serie Von der Pleitefirma zum Champion bei der Datenübertragung

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Bei den Adaptern für die Datenübertragung über das Stromnetz dagegen sieht Harbers noch Potenzial: „Wir werden auch in den kommenden Jahren ein Wachstum von 20 Prozent und mehr haben.“ Vieles spricht dafür, dass Harbers seine Prognose halten kann. Der Marktbeobachter Techno Systems Research aus Tokio geht davon aus, dass sich der Weltmarkt für Powerline-Verbindungen bis 2011 verdreifacht.

Die Aachener verbinden inzwischen in ganz Europa die Medien- und Internet-Nutzer per Stromnetz mit deren Internet-, Telefon oder TV-Dienstleistern. Besonders stolz ist Harbers auf die Erfolge in Frankreich. France Telecom hatte zunächst auf die Funktechnik WLAN für Telefonie, Internet und Fernsehen aus dem Festnetz gesetzt, musste dann massenhaft Reklamationen hinnehmen. „Mit unserer Technik sind die Rückläufe auf unter ein Prozent gesunken.“ In Frankreich erreicht Devolo immerhin 80 Prozent des Marktes im Powerline-Segment.

Fokussierung auf Nische

Bleibt die Frage, warum die Wettbewerber das Geschäft mit der Powerline-Technik fast kampflos einer 90-Mitarbeiter-Firma wie Devolo überlassen. „Wir waren immer vorn in der Forschung und haben uns auf diese Nische fokussiert“, sagt Harbers. Tatsächlich arbeitet die Hälfte der Belegschaft in der Entwicklung. Produzieren lässt Devolo dagegen fast ausschließlich in Fernost.

Geblieben von Elsa ist bei Devolo der Hauch von Startup-Romantik, der bis heute durch den Firmensitz weht. Junge Ingenieure und Naturwissenschaftler mit langen Mähnen, angetan in kurzen Hosen, und Sandalen sitzen in den Testräumen vor den Messgeräten. Man duzt sich, auch den Vorstandsvorsitzenden, der in einer Art Glaskasten sitzt, die Tür fast immer offen. Harbers hält inzwischen 80 Prozent an Devolo. Fünf Prozent gehören sechs Mitarbeiter, die Aachener Sparkasse besitzt noch 15 Prozent, will aber langfristig aussteigen.

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    Die Elsa-Pleite hat Harbers dennoch nicht vergessen. So hält er sich in Übersee zurück. Mal ein kleineres Projekt in den USA mit einem Internet-Carrier, auch der Vertrieb in Asien über einheimische Partner ist genehm, aber flächendeckend angreifen will Harbers nicht. Gebranntes Kind scheut das Feuer: „Ich habe gesehen wie Elsa an der Expansion in die Überseemärkte gescheitert ist, so etwas muss ich nicht noch einmal haben.“

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