1,8 Milliarden Pakete in Deutschland Die Post macht dicken Gewinn

Der Paket-Boom in der Coronakrise und der anziehende Welthandel hatten die Post 2021 zu Rekord-Ergebnissen getragen. Quelle: dpa

Der Paketboom im Online-Handel und eine hohe Nachfrage nach anderen Logistik-Diensten haben der Deutschen Post DHL den höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte beschert.

  • Teilen per:
  • Teilen per:

Die Deutsche Post hebt nach einem Rekordergebnis im vergangenen Jahr die Dividende deutlich an. Zudem verkündete der Bonner Konzern einen weiteren Aktienrückkauf. Für das laufende Jahr zeigte sich Post-Chef Frank Appel allerdings vorsichtig: Er erwartet nach einem Gewinnsprung für 2022 nur noch ein stagnierendes operatives Ergebnis (Ebit) von acht Milliarden Euro - mit einer möglichen Abweichung von fünf Prozent nach oben oder nach unten. Die wirtschaftlichen Folgen des russischen Überfalls auf die Ukraine seien in der Prognose nicht enthalten. Mittelfristig will der Konzern seinen Gewinn weiter steigern: Das Ebit soll auf rund 8,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 zulegen.

Der Paket-Boom in der Corona-Krise und der anziehende Welthandel hatten die Post 2021 zu Rekord-Ergebnissen getragen. „Nie zuvor hat Deutsche Post DHL Group weltweit so viele Frachtgüter, Expresssendungen und Pakete transportiert“, sagte Appel. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) war im abgelaufenen Jahr auf acht (Vorjahr: 4,8) Milliarden Euro in die Höhe geschossen, unter dem Strich und nach Anteilen Dritter blieb ein Gewinn von 5,0 (2,9) Milliarden Euro. Der Umsatz des Logistikkonzerns kletterte im Gesamtjahr um 22,5 Prozent auf 81,7 Milliarden Euro, über 60 Milliarden Euro davon fuhr die Post abseits des deutschen Heimatmarktes ein. „Alle fünf Geschäftsbereiche haben zur besten Geschäftsentwicklung aller Zeiten beigetragen“, erklärte die Post. Allein die Frachtsparte konnte den operativen Ertrag mehr als verdoppeln. Die Dividende soll nun von 1,35 Euro je Aktie auf 1,80 Euro je Aktie steigen. Darüber hinaus verkündete die Post ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu zwei Milliarden Euro. Die Post hatte bereits im vergangenen Jahr ein Aktienrückkaufprogramm in einer Höhe von bis zu einer Milliarde Euro in die Wege geleitet.

„Wir sind optimistisch, dass Welt- und Onlinehandel (..) weiter wachsen werden - aber nicht mehr so stark wie im Vorjahr“, sagte Appel mit Blick auf 2022: „Der Ausblick bleibt auch ausgehend von der erreichten neuen Flughöhe positiv.“ Die Auswirkungen des Konflikts in Osteuropa auf das globale Wirtschaftswachstum und die weltweiten Transportmärkte seien aber derzeit schwer abzuschätzen. „Entsprechend intensiv beobachten wir die Entwicklungen und mögliche daraus entstehende Geschäftsrisiken“, sagte der Post-Chef.

Das interessiert WiWo-Leser heute besonders

Geldanlage Das Russland-Risiko: Diese deutschen Aktien leiden besonders unter dem Ukraine-Krieg

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine belastet die Börsen. Welche deutschen Aktien besonders betroffen sind, zeigt unsere Analyse.

Krisenversicherung Warum Anleger spätestens jetzt Gold kaufen sollten

Der Krieg in der Ukraine und die Abkopplung Russlands von der Weltwirtschaft sind extreme Inflationsbeschleuniger. Mit Gold wollen Anleger sich davor schützen – und einer neuerlichen Euro-Krise entgehen.

Flüssigerdgas Diese LNG-Aktien bieten die besten Rendite-Chancen

Mit verflüssigtem Erdgas aus den USA und Katar will die Bundesregierung die Abhängigkeit von Gaslieferungen aus Russland mindern. Über Nacht wird das nicht klappen. Doch LNG-Aktien bieten nun gute Chancen.

 Was heute noch wichtig ist, lesen Sie hier

Der Paket-Boom bescherte auch Konkurrenten der Post rasantes Wachstum. Der Paket-Riese UPS hatte im vierten Quartal vor allem aufgrund florierender Geschäfte im US-Heimatmarkt den Umsatz um 11,5 Prozent auf 27,8 Milliarden Dollar gesteigert. Der operative Ertrag kletterte auf 3,9 Milliarden Dollar. UPS will nun weiter auf Wachstumskurs steuern. Auch Wettbewerber FedEx hatte in der Vergangenheit steigende Umsätze gemeldet.

Mehr zum Thema: Die Deutsche Post DHL ist ein Krisengewinner: Der Konzern kann ein Jahr der Rekorde feiern. Für den künftigen Post-Chef Tobias Meyer sind das allerdings keine guten Nachrichten.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%