2150 Flüge und 200.000 Kunden betroffen Piloten bestreiken am Dienstag auch Langstreckenflüge

Die Pilotengewerkschaft Cockpit weitet ihren Streik bei der Lufthansa aus. Am Dienstag werden auch die Piloten der Langstreckenflüge zum Ausstand zwischen 06.00 und 23.59 Uhr aufgerufen.

Der Pilotenstreik bei Lufthansa geht in die nächste Runde. Quelle: dpa

Die Vereinigung Cockpit (VC) hat für Dienstag einen zusätzlichen Streik auf den Langstreckenflügen der Lufthansa angekündigt. Der Ausstand soll von 06.00 Uhr bis 23.59 Uhr dauern, teilte Cockpit am Montagmorgen mit. Ab Montag 13.00 Uhr bis Dienstag 23.59 Uhr werden auch die Kurz- und Mittelstreckenflüge bestreikt.

Betroffen vom Arbeitskampf auf der Langstrecke werden alle Flüge der Lufthansa mit Flugzeugen vom Typ Airbus A380, A340 und A330 sowie Boeing 747 deutschlandweit, erklärte Cockpit. Bei den Kurz- und Mittelstrecken würden Maschinen vom Typ Airbus A320-Familie, Boeing 737 und Embraer bestreikt.

In dem Tarifkonflikt geht es um die sogenannte Übergangsversorgung. Die Lufthansa will, dass ihre Piloten später als bisher in den bezahlten Vorruhestand gehen - die Gewerkschaft wehrt sich dagegen.

Der Konzern warf der VC vor, „eine Stillstands-Nation aus Deutschland zu machen“. Es ist der achte Pilotenstreik bei der Lufthansa innerhalb eines knappen halben Jahres. „Es ist traurig, dass wir nun zum achten Mal streiken müssen“, sagte VC-Sprecher Wahl. Er äußerte Bedauern über Unannehmlichkeiten für die Passagiere.

Am Sonntag hatte Cockpit bereits einen 35-stündigen Streik für die Kurz- und Mittelstreckenflüge angekündigt. Er soll von Montag, 13.00 Uhr, bis Dienstag, 23.59 Uhr, dauern. Die Tochter Germanwings ist davon ausgenommen. Mit den Streiks wehrten sich die Piloten gegen die Abschaffung ihrer Übergangsversorgung, erklärte Cockpit.

Wegen des Streiks der Lufthansa-Piloten fallen nach Darstellung der Fluglinie von insgesamt 2150 betroffenen Flügen voraussichtlich zwei Drittel aus. Rund ein Drittel - also gut 700 Flüge - könne der Konzern mit Hilfe von freiwilligen Piloten und anderen Airlines sicherstellen, teilte Lufthansa am Sonntagabend mit. Die Zahlen könnten noch schwanken. Insgesamt sind von dem Streik über 200 000 Passagiere betroffen, von denen voraussichtlich mehr als 70 000 ans Ziel gebracht werden könnten.

Zuletzt hatten die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings am vergangenen Donnerstag zwölf Stunden lang gestreikt. 100 Flüge wurden gestrichen, 13 000 Passagiere waren betroffen. Einen Tag zuvor hatten auch die Lokführer die Arbeit niedergelegt.
Nach Angaben der Lufthansa mussten seit April wegen der Pilotenstreiks mehr als eine halbe Million Passagiere von Lufthansa und Germanwings ihre Reisepläne ändern. Rund 4400 Flüge seien gestrichen worden. Die Höhe des Gesamtschadens nach sieben Streikwellen bezifferte Lufthansa nicht. Allein für den dreitägigen Vollstreik zum Auftakt im April hatte sie von einem Verlust in Höhe von rund 60 Millionen Euro berichtet. Auch bei der Frachtsparte Lufthansa Cargo hatten die Piloten schon ihre Arbeit niedergelegt.

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