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3D-Drucker statt Surf-Boxen Internetcafés kämpfen gegen das Verschwinden

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Playstation und 3D-Drucker statt Computer

Zwischen einem und zwei Euro kostet eine Stunde im Internetcafé heute durchschnittlich. Auch Hasans Preise bewegen sich in dieser Spanne. 100 Euro nimmt er mit dem Computerpool an einem guten Tag ein. Es ist bloß noch ein geringer Teil seines Tagesumsatzes.

Auf seinen 130 Quadratmetern verkauft Hasan auch SIM-Karten oder repariert Handys. Der Verkaufstresen sieht aus wie in einem Kiosk – dort bekommt man Süßigkeiten, Getränke und Zigaretten. Gegenüber stehen vier große Glaskästen, in denen Kunden telefonieren können. Sie sind beschriftet von drei bis sieben. „Vor kurzem standen hier noch sieben Telefonzellen, das hat sich nicht mehr gerechnet“, sagt der Inhaber.

Die Telefonanlagen mussten neuen Geldquellen weichen. Neuerdings können die Kunden bei Hasan auch Playstation spielen. Bislang bleiben die Sessel allerdings meist leer. "Ich muss den neuen Service erst noch bewerben", sagt Hasan.

Die Deutschen im Internet

Es ist ein Versuch, dem Wandel nachzukommen. Wie Hasan setzen viele Betreiber mittlerweile auf vermischte Geschäftsmodelle, um den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden. Darin liegt eine Überlebenschance der Internetcafés, sagt Nick Kriegeskotte, Experte des Branchenverbandes Bitkom. Wie zu ihrem Anfang könnten die Internetcafés die Technologien anbieten, die sich die Menschen noch nicht leisten können - oder wollen. Zum Beispiel 3D-Ausdrucke. Oder Dienstleistungen rund um das vernetzte Haus.

Kunde Hans-Jörg Miller hat es bereits erlebt, das Verschwinden der Internetcafés. Sein altes Stammcafé hat mittlerweile geschlossen. Eigentlich könnte er sich einen Internetanschluss auch selbst leisten. Aber zu Hause will er nicht surfen. Diese Grenze hat er sich selbst gesetzt, um sich zu schützen. Vor der Internetabhängigkeit, sagt er. Die betreffe ja immer mehr, vor allem die Jugendlichen. Deshalb geht er jetzt zu Hasan.

In Arbeit
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Dreizehn Stunden am Tag hat das Geschäft in der Düsseldorfer Altstadt geöffnet. Ein Vollzeitjob, Hasan beschäftigt nur eine Aushilfe.

Viel Spaß macht das dem 35-Jährigen nicht mehr. "Wenn jemand Interesse an dem Café hat, würde ich es durchaus abgeben", sagt er.

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