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92 Prozent mehr Umsatz Corona treibt Umsatz von Delivery Hero in ungeahnte Höhen

Im von der Coronakrise geprägten ersten Quartal zog der Umsatz bei Delivery Hero mit einem Plus von fast 93 Prozent auf 515 Millionen Euro an. Quelle: imago images

Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat im Jahr 2019 nur dank des Verkaufs seines Deutschlandgeschäfts einen Gewinn eingefahren. Infolge der Corona-Pandemie sind die Einnahmen aber schlagartig in die Höhe geschnellt.

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Der international tätige Essenslieferdienst Delivery Hero hat von den Ausgangssperren im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie profitiert. Letztlich könne die Krise dazu beitragen, dass das Geschäft stärker wachse, sagte Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf das Gesamtjahr. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um 92 Prozent auf 515 Millionen Euro. Nachdem sich die Coronakrise zunächst negativ auf die Zahl der Bestellungen auswirkte, schlossen sich in den letzten drei Märzwochen mehr als 50.000 Restaurants und 1500 Lebensmittelgeschäfte der Plattform an. Die Zahl der Kunden sei in den vier Wochen seit Anfang März um zehn Prozent gewachsen. Die Aktie des im MDax notierten Unternehmens kletterte um drei Prozent.

Am Jahresausblick hält der in Berlin ansässige Lieferdienst fest – die Umsätze sollen auf 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro steigen. Trotzdem wird Delivery Hero vorerst weiter Verluste schreiben. „Wir werden die Gewinnschwelle knacken, wenn wir groß genug sind“, sagte Östberg.

2019 hatte Delivery Hero vor allem dank des Verkaufs des Deutschlandgeschäfts Gewinn eingefahren. Die deutschen Marken Foodora, Lieferheld und Pizza.de waren zum 1. April 2019 an den niederländischen Rivalen Takeaway.com (Lieferando) gefallen. Im fortgeführten Geschäft betrug der Verlust 689,9 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 277,1 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie der im MDax notierte Konzern in seinem Geschäftsbericht mitteilte. Damit machte Delivery Hero letztlich einen Gewinn von 930,1 Millionen Euro, wodurch unter dem Strich für das abgelaufene Jahr 2019 ein Gewinn von 230,2 Millionen Euro stand – nach einem Verlust von 42,2 Millionen Euro im Vorjahr.

Vielversprechende Medikamenten-Lieferungen

Für besonders vielversprechend hält der Firmenchef das Geschäft mit schnellen Lieferungen von Lebensmitteln wie auch Medikamenten. „Da stehen wir noch am Anfang“, sagte Östberg. Der Schlüssel zum Erfolg seien lokale Lager. Deren Zahl solle bis Jahresende auf 400 erhöht werden – einige dann auch in Europa. Ende des Jahres werde das Segment wohl einen hohen einstelligen Prozentanteil am Umsatz haben. Zukäufe plant Delivery Hero derzeit allerdings nicht. Östberg sagte, man konzentriere sich aktuell auf das Wachstum in den 42 Ländern, in denen man aktiv sei.

Die Prognose behält das Unternehmen bei, Delivery Hero will einen Jahresumsatz von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro erzielen, das wäre ein Plus von rund 70 Prozent zum Vorjahr. Dabei dürften aber weiter rote Zahlen anfallen, die Marge des operativen Ergebnisses (bereinigtes Ebitda) soll nach wie vor zwischen minus 14 und minus 18 Prozent vom Umsatz liegen. Darin sind bereits Kosten von 50 Millionen Euro für die Coronakrise enthalten, die im Nahen Osten und Nordafrika anfallen dürften.

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