A321neoLR Was Airbus‘ gepimpter Flieger auf der Langstrecke bewirken könnte

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A321neoLR zwingt Boeing zum Handeln

Beim Komfort müssen Passagiere auf längeren Strecken jedoch Abstriche machen. Der A321neo ist nun einmal kleiner und enger als der Riesenvogel A380. „Das ist kein Flugzeug mit dem man gerne einen Zehn-Stunden-Flug an die US-Westküste machen möchte“, sagt Großbongardt. „Deshalb hat der A321 bei sechs oder sieben Stunden auch seine Grenzen, auch wenn der eine weitere Reichweite schaffen würde.“ Auch wenn es auf den ersten Blick nach dem perfekten Angebot für Billig-Airlines aussieht – für die Sparte ist die Weiterentwicklung des A321neo gar nicht so interessant. Für die Billig-Anbieter ist der Flieger nämlich schlichtweg zu klein. „Damit sich Strecken in ihrem Geschäftsmodell rechnen, brauchen Billigfluggesellschaften größere Flugzeuge wie etwa die Boeing Dreamliner oder den A330 mit Plätzen für 240 bis 280 Passagiere“, meint Luftfahrtexperte Großbongardt.

Effektiv könnte die Einführung der A321neoLR aber trotzdem ein großes Einsparpotenzial für die Fluggesellschaften und Vergünstigungen für die Passagiere bedeuten und auch für Airbus zu einem echten Glücksgriff werden: Die Investitionskosten für das A321neo-Update dürften sich nämlich in Grenzen halten. Denn viel verändern musste Airbus nicht, um den A321neo langstreckentauglich zu machen: In der Mitte des Flugzeugs wurde der Rumpf etwas verändert und das Flugzeug erhielt drei zusätzliche Tanks in der Mitte. Zwar schrumpft dadurch die Frachtkapazität, erhöht aber eben die Reichweite.

Schlägt die A321neoLR so ein, wie von Experten erwartet und Airbus erhofft, muss Konkurrenz Boeing nun schnell handeln. Heute sind große 757-Flotten bei US-Airlines transkontinental im Einsatz. Auch in Südostasien decken sie einen Teil des Markts und auf dem europäischen Flugmarkt sind sie erste Wahl im Touristik-Markt. Die alten Maschinen müssen bald ersetzt werden und da dürfte der neue, kostensparende Airbus-Flieger ab dem nächsten Jahr einige Strecken übernehmen. Das zwingt Boeing nun zum Handeln. Die Amerikaner deuteten auch bereits an, dass sie etwas Vergleichbares in Arbeit haben. „Es ist damit zu rechnen, dass Boeing sein Gegenprogramm schon im Sommer zur Farnborough Airshow startet“, sagt Großbongardt. „Das wird eine Flugzeugfamilie sein, die den Bereich zwischen 200 und 250 Sitzen mit einer Reichweite bis neun- oder zehntausend Kilometer abdeckt.“ Das ewige Duell von Airbus und Boeing geht also in die nächste Runde.

Mit Material von dpa

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